Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83500.html    Veröffentlicht: 16.05.2011 08:37    Kurz-URL: https://glm.io/83500

eBay

Deutlich höhere Gebühren für Privatverkäufe

Für private Verkäufer brechen bei eBay schwere Zeiten an. Die Gebührenstruktur des Onlineauktionshauses wird vereinheitlicht, und das bedeutet: Für Auktionserlöse sind künftig höhere Gebühren zu zahlen.

EBay nimmt von privaten Verkäufern ab dem 13. Juni 2011 mehr Provision. Einheitlich werden neun Prozent des Verkaufspreises zusätzlich zu den Einstellgebühren verlangt. Ab diesem Datum liegt der einheitliche Satz für Verkaufsprovisionen bei neun Prozent. Ein Kostendeckel von 45 Euro verhindert, dass die Belastung bei Produkten über 500 Euro übermäßig stark steigt.

Die alte Provisionsstruktur mit ihren drei Abstufungen wird abgeschafft. Sie sah unterschiedliche Sätze für Verkäufe zwischen 1 und 50 Euro, 50,01 und 500 Euro sowie für Verkaufserlöse von über 500 Euro vor. Bei Preisen über 50 Euro und bis 500 Euro verlangt eBay bislang 4 Euro plus fünf Prozent für den Teil über 50 Euro. Bei Werten über 500 Euro fallen bis zum 13. Juni 26,50 Euro und zwei Prozent an für den Teil, der über 500 Euro liegt.

Hohe Preissteigerungen

Auf den ersten Blick ist der einheitliche Satz von neun Prozent leichter überschaubar. Er sorgt jedoch dafür, dass bei vielen Produkten eine höhere Provision als bisher anfällt. Bisher kostete es zum Beispiel 5,50 Euro Provision, ein Produkt für 80 Euro über eBay zu verkaufen. Nun sind es 7,20 Euro. 500-Euro-Produkte kosten 45 Euro Provision - bislang war es mit 26,50 Euro deutlich weniger.

Bei günstigen Produkten hingegen ist die Verkaufsprovision nur moderat teurer geworden. Bislang wurden acht Prozent bei Verkaufspreisen zwischen 1 und 50 Euro verlangt - nun ist es der einheitliche Satz von neun Prozent. Von der neuen Provisionsstruktur sind einige Artikelgruppen ausgenommen: Bei Handyverträgen, Fahrzeugen und Inseraten gelten die alten Gebührenstrukturen des Onlineauktionshauses. Auf gewerbliche Verkäufer hat die neue Preisliste keine Auswirkungen.

In den einschlägigen Foren herrscht teilweise Unverständnis über die Entscheidung von eBay, die Gebühren zu erhöhen. Aufgrund des hohen Marktanteils bei Onlineauktionen haben die Nutzer nur wenige Möglichkeiten, ihre Artikel über andere Plattformen erfolgversprechend zu verkaufen.   (ad)


Verwandte Artikel:
eBay kündigt radikale Gebührensenkung an   
(29.01.2008, https://glm.io/57331 )
US-Ermittler ersteigern Militärausrüstung im Internet   
(21.04.2008, https://glm.io/59172 )
Gesetzentwurf: Zwangsversteigerungen bald leichter online   
(20.02.2009, https://glm.io/65421 )
Adyen: Ebay trennt sich von Paypal als wichtigstem Partner   
(01.02.2018, https://glm.io/132528 )
Steuerbetrug: Beschlagnahmungen bei Amazon-Händlern in Deutschland   
(04.01.2018, https://glm.io/131968 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/