Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83249.html    Veröffentlicht: 05.05.2011 09:23    Kurz-URL: https://glm.io/83249

Ziisound ausprobiert

Modulare Bluetooth-Lautsprecher von Creative bis 3.1 (Upd.)

Mit Creatives neuen Ziisound-Lautsprechern lassen sich von einem Smartphone oder Tablet bis zu vier Lautsprecher in flexiblen Konfigurationen ohne Kabel ansprechen. Das klingt ganz ordentlich, ist aber kein billiges Vergnügen.

Mit den neuen Stereolautsprechern D3x, D5x und dem Subwoofer DSx hat Creative seine drahtlosen Lautsprecher erneuert. Alle Geräte lassen sich flexibel kombinieren, um etwa eine bessere Stereodarstellung oder mehr Bass zu erhalten. Die Hauptkomponenten sind D3x und D5x, die im gerade modernen Format von Soundbars mit rund 50 Zentimetern Breite ausgeführt sind.

Zwei D3x lassen sich kombinieren. Einer davon wird vom mobilen Gerät per Bluetooth oder über einen mitgelieferten Adapter für Apple-Geräte (mit verlustarmem apt-X-Codec) direkt gespeist. Der zweite Lautsprecher, oder der Subwoofer DSx, erhält sein Signal vom ersten D3x. Es wird dabei über das 5,8-GHz-Band weitergegeben, was Störungen vermeiden soll. Die Kombination von zwei D3x mit einem DSx ist auch möglich.

Bis zu vier Lautsprecher gibt es erst mit dem größeren Modell D5x: Es kann zwei weitere D5x und einen DSx ansprechen. Das ergibt dann eine 3.1-Konfiguration, bei der zwei der Soundbars den linken und rechten Kanal wiedergeben, der dritte dient als Center. Echte Surround-Signale gibt auch eine solche Konfiguration nicht wieder, da per Bluetooth oder apt-X nur Stereosignale bei den Geräten ankommen.

Alle Lautsprecher lassen sich durch eine Taste auf der Rückseite automatisch koppeln. Je nach Anzahl stellen sie sich selbst auf 2.0, 2.1 oder 3.1 ein. Welche Rolle sie übernehmen, stellen LEDs an der Vorderseite dar. Das ist sinnvoll, weil Creative die Systeme auch für flexible Aufstellung empfiehlt. Die Lautsprecher sollen sich, mit je bis zu zwei Bluetooth-Geräten gekoppelt, auch in verschiedenen Räumen nutzen lassen. Sind sie wieder wie als 3.1-System an einem Ort, können sie zusammen genutzt werden. Jeder Soundbar kann auch über einen Klinkeneingang von Geräten ohne Bluetooth gespeist werden.

Bei einer Vorführung in München zeigte sich, dass die Ziisounds wie ähnliche Lösungen, die aus Stereosignalen Raumklang machen wollen, auf den Center die auf beiden Kanälen gleich laut abgemischten Signale legen. Das klappt in der Regel vor allem bei Gesangsspuren recht gut. Als Prologic II abgemischtes Material - bei dem in den Stereokanälen auch eine dedizierte Center-Spur steckt - stand nicht zur Verfügung.

Klare Stimmen, aber kein Tiefbass

Golem.de konnte den Klang der Lautsprecher aber mit eigenem Material ausprobieren. Verschiedene MP3s mit 320 KBit/s aus den Bereichen Rock, Akustik und elektronischer Musik wurden dabei recht neutral und mit für Soundbars ordentlicher Stereobühne dargestellt. Vor allem die Darstellung von Stimmen war recht klar, bei den Bässen schnitten die Lautsprecher aber besonders tiefe Signale ab. Der Subwoofer konnte prinzipbedingt tiefere Frequenzen wiedergeben, im ersten Eindruck war er aber auch aktiven 2.1-Systemen für den Desktop unterlegen.

Schon ab zwei Soundbars lieferten die Ziisounds Pegel, die auch für mehrere Zuhörer in einem 30-Quadratmeter-Wohnzimmer ausreichend scheinen. Als partytauglich dürfen die kleinen Boxen aber nicht gelten - Creative machte bisher bis auf 50 Watt Sinus für den Subwoofer auch keine Angaben zur Leistung der Systeme. Merkliche Verzögerungen zwischen den Lautsprechern traten auch bei vier Wandlern nicht auf, nach Aussagen der Entwickler bestand hier die Hauptschwierigkeit. Die Reichweite der Lautsprecher untereinander gibt Creative mit 30 Metern an, mindestens durch eine Stahlbetonwand sollen die Signale auch dringen.

Auch wenn auf Creatives Fotos oft Apple-Geräte in den Soundbars stecken, so werden iPod und iPhone - beim iPad klappt das nicht - über die Ziisounds nur geladen. Die Lautsprecher verfügen nicht über einen Dock-Connector, das apt-X-Dongle dient beim Einstecken nur zur Stromversorgung. Die Tonübertragung läuft stets drahtlos, wenn nicht der Klinkeneingang genutzt wird. Ein Dongle für Android-Geräte gibt es bisher nicht. Ein iPad kann über das Dongle immerhin in besserer Qualität als per Bluetooth an die Ziisounds funken, wegen seines hohen Ladestroms lässt sich sein Akku aber über die Soundbars nicht füllen.

Ab Juni 2011 sollen die neuen Ziisounds in Deutschland auf den Markt kommen. Der nur mit einem Gerät koppelbare D3x kostet 149 Euro, der D5x mit Ansteuerung von drei anderen Geräten 299 Euro. Der Subwoofer DSx, der mit beiden Soundbars funktioniert, ist für 150 Euro zu haben. Der Vollausbau mit drei D5x und einem DSx schlägt so mit über 1.000 Euro zu Buche - mehr als Hi-Fi-Surroundsysteme in 5.1-Ausführung der Mittelklasse, die dann aber auf Kabel und Verstärker angewiesen sind.

Nachtrag vom 6. Mai 2011, 13:50 Uhr

Anders als ursprünglich beschrieben, ist die Kombination von zwei D3x und einem DSx als 2.1-System mit Subwoofer doch möglich. Das geht aus Creatives Diagrammen zwar nicht hervor, das Unternehmen bestätigte diesen Umstand aber nach Erscheinen des Artikels. Der entsprechende Satz auf der ersten Seite wurde geändert.  (nie)


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