Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83217.html    Veröffentlicht: 04.05.2011 10:27    Kurz-URL: https://glm.io/83217

Hack

Bundesjustizministerin fordert Datensicherheit von Sony

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat Datensicherheit und Aufklärung von Sony verlangt. Sony soll darlegen, wie Vorfälle wie die jüngsten Datenkatastrophen künftig verhindert werden können.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat Sony aufgefordert, für Sicherheit bei den Kundendaten zu sorgen. Hacker hatten das Playstation Network (PSN) und Sony Online Entertainment (SOE) angegriffen. Die Vorfälle müssten so schnell wie möglich aufgeklärt werden. "Es ist beunruhigend, dass Sony nur wenige Tage, nachdem einer der größten Datenskandale der Geschichte bekanntgeworden ist, bereits die nächste schwere Panne einräumen muss", sagte Leutheusser-Schnarrenberger dem Handelsblatt.

Sony müsse vor allem erklären, wie derartige Pannen zukünftig verhindert werden sollten, forderte die Liberale. Sensible persönliche Daten müssten vor dem Zugriff Dritter geschützt werden.

Bei dem Spieledienst Sony Online Entertainment hatten die Eindringlinge vermutlich Zugriff auf eine umfangreiche Datenbank von 2007 gehabt. Diese soll persönliche Daten von rund 24,6 Millionen Kunden enthalten, darunter Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, Geschlecht, Telefonnummer, Login-Name und ein gehashtes Passwort. Beim PSN-Hack erhielten die Endringlinge Zugriff auf aktuelle Daten von rund 77 Millionen Kunden.

Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte auch Apple wegen der iPhone-Bewegungsprofile. Apples GSM- und CDMA-fähige iOS-Geräte speichern offenbar konstant die Position des Nutzers und übertragen die Daten bei der Synchronisation auf einen Rechner. Der US-Konzern habe ihr bereits im vergangenen Jahr einen datenschutzfreundlichen Umgang mit den Ortungsdaten zugesichert, erklärte die Ministerin der Süddeutschen Zeitung. "Die damalige Versicherung von Apple, eine Speicherung insbesondere von Standortdaten werde nur nach ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer vorgenommen, stellt sich nun offenbar als unzutreffend heraus."

Um Datenskandale künftig zu verhindern, solle die Stiftung Datenschutz vorangetrieben werden, sagte die Justizministerin dem Handelsblatt. Die Stiftung soll Gütesiegel für Produkte, Konzepte und Verfahren im Umgang mit Daten vergeben und einheitliche, deutschlandweit anerkannte Datenschutzaudits und Datenschutzgütesiegel für Online- und Offlineprodukte vergeben. Für die Zertifizierung soll der bloße Nachweis der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nicht ausreichen.  (asa)


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