Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83176.html    Veröffentlicht: 02.05.2011 18:18    Kurz-URL: https://glm.io/83176

Google

Positionsdaten von Smartphones sind "äußerst wichtig"

Nach dem vorläufigen Aus für Googles Fotofahrzeuge im vergangenen Jahr ist die WLAN-Lokalisierung durch Smartphones für Google umso wichtiger geworden. Das geht aus einer E-Mail-Korrespondenz der Unternehmensspitze hervor. Nachdem bekanntwurde, dass Apple Positionsdaten speichert, will der US-Senat dazu eine Anhörung abhalten.

Google hält WLAN-Daten für sehr wichtig. Das geht aus einem E-Mail-Wechsel mehrerer hochrangiger Mitarbeiter aus dem Jahr 2010 hervor, der der US-Tageszeitung San Jose Mercury News vorliegt.

Wichtige Positionsdaten

"Ich kann nicht genug betonen, welche Bedeutung die Google-Datenbank mit den Standorten von WLANs für unsere Android- und unsere Strategie für mobile Produkte hat", heißt es etwa in einer Mail von Steve Lee, dem Produktmanager für ortsbezogene Angebote bei Google. Diese Daten seien "äußerst wertvoll", schreiben Android-Chef Andy Rubin und weitere führende Google-Mitarbeiter in einem gemeinsamen Papier.

Anlass für die Korrespondenz war eine Mail von Unternehmensgründer Larry Page, der nach der Bedeutung einer Meldung gefragt hatte. Danach wollten Motorola statt Googles eigene Ortsdienste lieber den des Konkurrenten Skyhook einsetzen. Daraufhin betonten Lee, Rubin und weitere Google-Manager die Bedeutung der Daten. Google intervenierte bei Motorola, worauf sich der Hersteller gegen Skyhook entschied. Skyhook wiederum reagierte darauf mit einer Klage gegen Google.

Positionen von WLANs

Android-Smartphones sammeln, wenn es der Nutzer zulässt, Daten von WLANs am aktuellen Standort. Auch Googles Browser Chrome erfasst, ob sich in der Nähe des Computers, auf dem er installiert ist, drahtlose Netze befinden. Die Daten werden dann zur Positionsbestimmung eingesetzt. Eine Ortung mittels WLANs ist genauer als eine per GPS. Die Daten können etwa zur Navigation oder für ortsbezogene Dienste - inklusive ortsbezogener Werbung - genutzt werden.

Entsprechend alarmiert war die Google-Führungsriege über die Entscheidung von Motorola. Sie seien sehr besorgt deswegen, erklärte Lee. Die WLAN-Daten würden gebraucht, "um unseren WLAN-Ortungsdienst zu unterhalten und zu verbessern." Etwa zur gleichen Zeit hatte Google die Lokalisierung von WLANs durch Fotofahrzeuge, die Bilder für den Dienst Street View machten, gestoppt. Diese hatten nicht nur die Positionen der WLANs erfasst, sondern auch Teile des Datenverkehrs der WLANs gespeichert, was Proteste in vielen Ländern hervorgerufen hat.

Anhörung vor dem US-Senat

Kürzlich wurde bekannt, dass Apple Bewegungsprofile von Geräten mit dem aktuellen Betriebssystem iOS4 speichert. Wegen der darauf folgenden Proteste hat der Justizausschuss des US-Senats eine Anhörung für den 10. Mai 2011 anberaumt, zu der hochrangige Mitarbeiter von Apple und Google geladen sind. Diese sollen Auskunft darüber geben, was sie mit den Daten, die sie von den Smartphones erhalten, anfangen.  (wp)


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