Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1105/83165.html    Veröffentlicht: 02.05.2011 14:43    Kurz-URL: https://glm.io/83165

Paul Allen

"Die wichtigen Ideen für Microsoft stammen von mir"

Paul Allen hat in einem Interview weitere Vorwürfe gegen Bill Gates erhoben. Seine und nicht Gates Ideen seien in den ersten acht Gründungsjahren entscheidend gewesen, sagte Allen. Gates habe sich mehr damit beschäftigt, die Umsetzbarkeit von Allens Vorschlägen zu prüfen.

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen hat in einem Interview mit dem britischen Guardian erklärt, dass er und nicht Bill Gates in der Anfangsphase des Unternehmens der wichtige Ideengeber gewesen sei. Allens Memoiren mit dem Titel "Idea Man" sind vor kurzem erschienen. Allen gründete Microsoft zusammen mit seinem Schulfreund Gates 1975 in Albuquerque, New Mexico.

Allen sagte dem Guardian: "Während der ersten acht Gründungsjahre waren meine Ideen definitiv der Schlüssel für das Unternehmen. Bill probierte meine Ideen dann aus. Ich kam dann zu ihm mit zehn weiteren Ideen, die nie zu irgendwas führten - er machte die Plausibilitätsprüfung für meinen Ideenfluss. Wenn es um Verkauf, Marketing und Personal ging, war er viel engagierter als ich. Dadurch konnte wir uns gegenseitig gut ergänzen."

Der Journalist Ed Pilkington fragte, ob Allen seinen Anteil in der offiziellen Darstellung der Unternehmensgeschichte nicht genügend gewürdigt sehe und ob Anteile verloren gegangen seien. "Ich weiß nicht, ob etwas verloren gegangen ist", antwortete Allen. "Ich dachte einfach, dass es wichtig ist, meinen Teil der Geschichte zu erzählen, und zwar so präzise wie möglich. Wir haben Interviews über mehrere hundert Stunden mit den Beteiligten und wir haben Dokumente. Niemand hat den Aussagen aus dem Buch widersprochen. Es ist so, wie es ist." Allen bestätigte auf weitere Nachfragen, dass für ein IT-Unternehmen die Ideen entscheidend seien und dass mehrere Schlüsselideen von ihm stammten.

Allen beschuldigte Gates und den Microsoft-Chef Steve Ballmer in dem Buch auch, im Jahr 1982 versucht zu haben, ihn nach einer Krebserkrankung aus dem Unternehmen zu drängen. Allen bezeichnete dies als verabscheuungswürdige Geldgier. Gates habe sich zwar später entschuldigt und es habe eine Aussprache mit Ballmer gegeben, doch Allen verließ deswegen im Februar 1983 das Unternehmen.  (asa)


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