Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1104/83021.html    Veröffentlicht: 26.04.2011 11:45    Kurz-URL: https://glm.io/83021

Firefox

Auf Jägermonkey folgt Ionmonkey

Nach der Veröffentlichung von Firefox 4, bei dem der JIT-Compiler Jägermonkey für eine beschleunigte Ausführung von Javascript sorgt, gehen bei Mozilla die Arbeiten an der Javascript-Engine weiter. Ionmonkey soll Jägermonkey ablösen und für noch höhere Geschwindigkeit sorgen.

Bei Mozilla laufen verschiedene Projekte, um die Javascript-Engine von Firefox weiter zu beschleunigen. Zugleich aber wollen die Firefox-Entwickler mit neuen Funktionen Javascript-Entwicklern das Leben erleichtern.

So bekommt Firefox ein neues Debugging API. Das sogenannte Debug Object soll eine saubere Schnittstelle für Debugger darstellen, die so besser von der Applikation getrennt werden können. Es erlaubt zugleich ein Debuggen aus der Ferne, so dass es möglich wird, eine auf einem Smartphone laufende Javascript-Applikation auf einem Notebook zu debuggen. Das eigentliche API ist bereits fertig, muss aber noch implementiert werden, wie Mozilla-Entwickler David Mandelin schreibt.

Eine weitere große Baustelle stellt das Thema Garbage Collection (GC) dar, denn zum Löschen nicht mehr benötigter Javascript-Objekte, -arrays, -strings und -funktionen stoppt Firefox derzeit unnötig lange, was zu Rucklern führen kann. In einem ersten Schritt wollen die Mozilla-Entwickler eine inkrementelle Garbage Collection umsetzen. Statt sämtliche Objekte hintereinanderweg zu untersuchen, soll Firefox künftig in kleineren Schritten vorgehen, was die Unterbrechungen verkürzt, aber ihre Häufigkeit erhöht. Im nächsten Schritt soll dann eine Generations-Garbage-Collection umgesetzt werden, die kurzlebige Objekte sehr schnell beseitigt und das Anlegen neuer Objekte beschleunigt.

Die Tracing-Engine Tracemonkey soll mit Hilfe von Typrückschlüssen (Type Inference) weiter beschleunigt werden. Wenn möglich, soll dabei nativer Code mit statischen Typen erzeugt werden, so dass Typüberprüfungen während der Laufzeit wegfallen können. Einen entsprechenden Algorithmus hat Brian Hackett entwickelt, der nun für Firefox angepasst werden soll.

Unter dem Namen Ionmonkey entsteht ein neuer JIT-Compiler, der Jägermonkey ablösen soll. Ähnlich wie Googles Crankshaft soll Iomonkey Codeteile besonders aggressiv optimieren. Noch steckt Ionmonkey aber in der Designphase, so dass die Entwicklung noch einige Zeit dauern dürfte.  (ji)


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