Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1104/82914.html    Veröffentlicht: 19.04.2011 16:03    Kurz-URL: https://glm.io/82914

Gnome

Entwicklung von Version 3.2 beginnt

Mit einer Diskussion über kommende Funktionen eröffnet das Gnome-Team die Entwicklungsphase von Gnome 3.2, das am 28. September 2011 erscheinen soll. Zu den möglichen Verbesserungen gehört ein funktionsfähiges Zeitgeist-Framework.

Knapp zwei Wochen nach der Veröffentlichung des Desktops Gnome 3.0 mit der Gnome-Shell beginnen die Arbeiten an der nächsten stabilen Version. Zunächst sammeln und diskutieren die Entwickler Vorschläge für Funktionen, die in der Version 3.2 enthalten sein sollen. Diese werden dann entsprechend in der Entwicklerversion 3.1 umgesetzt und zum Testen veröffentlicht. Die erste Veröffentlichung von Gnome 3.1 ist für den 9. Mai 2011 geplant. Dem sechsmonatigen Veröffentlichungszyklus folgend, soll die nächste stabile Version Gnome 3.2 ab dem 28. September 2011 fertig werden.

Einen aktuellen Überblick über die diskutierten Änderungen bietet die Roadmap zu Gnome 3.2 im Wiki des Projektes. Zu den Vorschlägen gehört unter anderem eine Verbesserung des Zeitgeist-Frameworks. In einer Studie zeigen die verantwortlichen Entwickler, wohin der Weg gehen könnte. So haben sie "Jump-Lists" für die Favoriten implementiert oder die globale Suche optimiert. Durch die Integration des Menüpunktes "Library" in die Aktivitäten könnte der Dateimanager Nautilus fast überflüssig werden, da dort die Dateien im Homeverzeichnis ebenso wie kürzlich geöffnete oder bearbeitete Dateien verfügbar sein sollen.

Außerdem zur Debatte steht ein Adressbuch, auf das sowohl der Messenger Empathy als auch das E-Mail-Programm Evolution zugreifen können. Ferner diskutieren die Entwickler über das Vervollständigen des Aussehens, so dass sämtliche Dialogfenster und der Login-Screen einheitlich im Design der Gnome Shell dargestellt werden.

Projektstrukturen werden geändert

Das Gnome-Team strukturiert auch die Diskussionsphase der Entwicklung ein wenig um. Die aus der 2er Serie bekannte Module-Proposal-Phase wird ab sofort durch die sogenannte Platform-Wide-feature-Proposal-Phase ersetzt. Die neue Phase soll der Diskussion von plattformübergreifenden Funktionen dienen. Insbesondere kann ein Vorschlag für neue Funktionen auch ein zugehöriges Modul beinhalten, das für dessen Funktionsweise sorgt.

Das Release Team des Projekts hat sich ebenfalls neu formiert. Karsten Bräckelmann, Frédéric Crozat, Lucas Rocha und Vincent Untz verlassen das Team. Die frei gewordenen Posten besetzen Alejandro Piñeiro Iglesias, Javier Jardón und Colin Walters. Zudem legt Luca Ferretti den Status eines "Trainees" ab. Der neue Release Manager wird Frédéric Péters.

Gnome 3.0 ist seit dem 6. April als Quellcode verfügbar. Binärpakete für verschiedene Linux-Distributionen stehen inzwischen weitgehend bereit. In Fedora 15, das bereits als Vorabversion erhältlich ist, ist Gnome 3 der Standarddesktop. LiveCDs zum Testen stellt das Projekt ebenfalls bereit. [von Sebastian Grüner]  (sg)


Verwandte Artikel:
Guadec: Ubuntus Wechsel zu Gnome wird holprig   
(31.07.2017, https://glm.io/129215 )
Linux-Desktops: Gnome 3 mit Shell und Mutter   
(06.04.2011, https://glm.io/82566 )
Dienste, Programme und Unternehmen: Was 2017 eingestellt und geschlossen wurde   
(22.12.2017, https://glm.io/131781 )
Desktop-Modi im Vergleich: Fast ein PC für die Hosentasche   
(22.02.2018, https://glm.io/132908 )
Unix-Desktop: KDE Plasma 5.12 startet schneller und bringt LTS   
(07.02.2018, https://glm.io/132636 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/