Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1104/82684.html    Veröffentlicht: 11.04.2011 10:26    Kurz-URL: https://glm.io/82684

Adobe

Creative Suite 5.5 setzt auf HTML5, Tablets und Smartphones

Mit der Creative Suite 5.5 unterstützt Adobe mobile Geräte. So lassen sich mit den Werkzeugen HTML5-Applikationen für Smartphones und Tablets entwickeln und die Desktopversion von Photoshop kann zusätzlich mit einem Tablet gesteuert werden. Zugleich führt Adobe ein Abomodell für seine Software ein.

Mit dem Update seiner Creative Suite auf die Version 5.5 setzt Adobe auf Tablets, Smartphones und HTML5 - sowohl im Hinblick auf die Entwicklung von Applikationen für solche Geräte als auch hinsichtlich ihrer Nutzung für die Steuerung von Applikationen wie Photoshop.

Zugleich markiert die Creative Suite 5.5 den Beginn eines neuen Veröffentlichungsschemas für Adobes Creative Suite. Adobe will künftig alle 24 Monate eine neue große Version der Software veröffentlichen. Dazwischen sollen sogenannte Mid-Cycle-Releases wie eben die Creative Suite 5.5 erscheinen.

Creative Suite künftig im Abo

Parallel führt Adobe ein Abomodell für die Creative Suite ein, mit dem Nutzer immer die aktuelle Version der Software verwenden können, ohne ständig neue Lizenzen kaufen zu müssen. Die monatliche Gebühr bei einem Monatsabonnement liegt bei 7,5 Prozent des Netto-Produktpreises. Wer ein Jahresabo abschließt, zahlt monatlich fünf Prozent des Netto-Produktpreises. So sind Einzelprodukte wie Adobe Photoshop ab 39 Euro monatlich erhältlich, Adobe Design Premium CS5.5 kostet 109 Euro im Monat und die Creative Suite 5.5 Master Collection ist für 155 Euro pro Monat zu haben.

Photoshop per Tablet steuern

Mit der Creative Suite 5.5 hat Adobe eine neue Scripting-Engine zur Steuerung von Photoshop integriert. Zusammen mit dem Photoshop Software Development Kit (SDK) lassen sich Tablet-Applikationen für Android, Blackberry und iOS zur Steuerung von Photoshop entwickeln.

Auf Basis dieses SDK hat Adobe selbst drei iPad-Applikationen entwickelt: Color Lava, Eazel und Nav. Adobe Color Lava ermöglicht es, das Tablet wie eine Farbpalette zu nutzen, mit den Fingern Farben zu mischen und sie an Photoshop zu übertragen. Mit Adobe Eazel sollen Künstler realistisch mit den Fingern malen können. Adobe verspricht dabei eine neue Art von Interaktion zwischen nassen und trockenen Farben. Auch hier können die Erzeugnisse an Photoshop übertragen werden.

Mit Adobe Nav können auf dem Tablet Photoshop-Werkzeuge ausgewählt werden. Das iPad wird dabei zum Eingabewerkzeug, was die Bedienung effizienter machen soll.

Auch wenn die ersten drei Applikationen nur für das iPad und iOs erhältlich sind, ermöglicht das Photoshop Touch SDK grundsätzlich auch die Entwicklung von Apps für Android und das Blackberry Playbook. Adobe hofft, dass andere das Entwicklerkit nutzen werden, um kreative Ergänzungen für Photoshop zu entwickeln.

Das Photoshop Touch SDK steht ab sofort kostenlos für Windows und Mac OS X unter adobe.com/devnet/photoshop zum Download bereit. Die iPad-Apps werden über Apples App Store zu Preisen zwischen 2 und 5 US-Dollar voraussichtlich ab Mitte Mai angeboten.

Adobe setzt auf HTML5, jQuery Mobile und Phonegap

Mit der Creative Suite 5.5 erweitert Adobe Dreamweaver um neue HTML5-Funktionen, Flash und Flex und um neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Tablet- und Smartphone-Applikationen für Android, Blackberry Tablet OS und iOS.

So will Adobe die noch in Entwicklung befindliche Javascript-Bibliothek jQuery Mobile in Dreamweaver integrieren. Zusammen mit Phonegap sollen sich so native Apps mit Webtechnik entwickeln lassen. Zudem wurde die Multiscreen-Vorschau in Dreamweaver erweitert und aktualisiert. So können Entwickler prüfen, wie eine Webapplikation auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen aussieht.

Flash Professional CS5.5 wurde um Content-Scaling erweitert. Damit passen sich Inhalte an unterschiedliche Bildschirmgrößen an. Der neue Flash Builder 4.5 wurde um mobile Actionscript-Funktionen und mobile Flex-Projekte erweitert.

Premiere profitiert von erweiterter GPU-Beschleunigung

Die mit Premiere Pro CS5 eingeführte Mercury Playback Engine kann in der neuen Version mehr Berechnungen an die GPU auslagern und unterstützt nun mehr GPU-Modelle, darunter mobile Grafikchips in Notebooks. Zudem sollen sich Projekte schneller öffnen lassen und GPU-beschleunigte Funktionen eine schnellere Rückmeldung geben. Adobe will zudem den Umgang mit 4k-Auflösungen verbessert haben.

Zudem gibt es neue Trim-Werkzeuge und Dual-System-Sound soll die Synchronisation von Ton und Bild zwischen Aufnahmen unterschiedlicher Geräte vereinfachen.

Der Adobe Media Encoder CS5.5 wurde komplett neu entwickelt und ist nun in einer 64-Bit-Version erhältlich. Die Umwandlung in verschiedene Formate nimmt der Encoder im Hintergrund vor.

After Effects CS5.5 erhält neue Funktionen wie den Warp Stabilizer, Camera Lens Blur und Light Falloff. Der Warp Stabilizer soll ungewolltes Kamerawackeln entfernen, Camera Lens Blur soll für realistische Schärfentiefe sorgen und Light Falloff realistische Lichteffekte erzeugen.

Der Soundeditor Audition enthält in der neuen Version eine von Grund auf neu geschriebene Audioengine.

Adobe hat nach eigener Aussage darüber hinaus die Zusammenarbeit der einzelnen Werkzeuge verbessert und verspricht auch einen besseren Projektaustausch mit Apples Videoschnittsoftware Final Cut Pro und den Avid Pro Tools.

Creative Suite 5.5 ab Mitte Mai

Adobe will die Creative Suite 5.5 innerhalb von 30 Tagen, also ab Mitte Mai 2011, ausliefern. Die Adobe Creative Suite 5.5 Master Collection soll 3.099 Euro netto, also rund 3.690 Euro brutto kosten, die Creative Suite 5.5 Design Premium soll ab 2.299 Euro netto angeboten werden. Die Creative Suite 5.5 Web Premium soll ab 1.999 Euro netto erhältlich sein und die Creative Suite 5.5 Production Premium für 2.099 Euro. Am günstigsten ist die Creative Suite 5.5 Design Standard für 1.599 Euro netto.  (ji)


Verwandte Artikel:
Photoshop & Co.: Kommt Adobes Creative Suite für Linux?   
(20.12.2010, https://glm.io/80235 )
IT-Sicherheit: Nur acht Prozent der Chrome-Nutzer aktivieren noch Flash   
(07.03.2018, https://glm.io/133193 )
Adobe: Photoshop will mit KI Bildbearbeitung vereinfachen   
(29.11.2017, https://glm.io/131375 )
Dreamweaver: HTML5-Werkzeuge von Adobe   
(20.05.2010, https://glm.io/75252 )
Haftstrafen und Schadensersatz: Urteil wegen illegaler Zugangskarten zu Pay TV   
(25.10.2010, https://glm.io/78874 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/