Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1104/82657.html    Veröffentlicht: 08.04.2011 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/82657

Google

Chrome nutzt SPDY statt HTTP

Googles Browser Chrome verwendet für verschlüsselte Zugriffe auf Google-Server das von Google entwickelte Protokoll SPDY statt HTTP. SPDY soll die Ladezeit von Webseiten halbieren.

Der derzeit in einer Betaversion erhältliche Browser Chrome 11 nutzt standardmäßig das von Google entwickelte Protokoll SPDY, wenn Nutzer per SSL auf Googles eigene Server zugreifen. Google-Entwickler Mike Belshe bestätigte, dass SPDY in Chrome für den Zugriff auf Google Server per SSL aktiviert ist, mit einer kleinen Einschränkung: Für einen A/B-Test werden nur 90 Prozent der Zugriffe über SPDY abgewickelt.

Geht es nach Google, wird SPDY in naher Zukunft HTTP ersetzen: Das Protokoll setzt auch weiterhin auf TCP auf, so dass keine Änderungen an der Netzwerkstruktur notwendig sind. Allerdings erlaubt es SPDY, mehrere HTTP-Requests gleichzeitig in einer einzigen TCP-Session abzuwickeln und soll die Bandbreite gegenüber dem heute genutzten HTTP durch Eliminierung von überflüssigen Headern und Komprimierung reduzieren. Zudem soll das Protokoll einfach zu implementieren und weniger komplex als HTTP sein, ausgestattet mit einfach zu parsenden Nachrichtenformaten.

Als Basis für SPDY kommt SSL zum Einsatz. So kann sichergestellt werden, dass die Kommunikation via SPDY nicht durch bestehende Proxys unterbunden wird. Zugleich sorgt dies für eine sichere Kommunikation.

Laut Google beschleunigt SPDY den Zugriff auf Webseiten deutlich, je nach Bandbreite und Art der Verbindung um mehr als 60 Prozent. Dabei sieht SPDY auch eine Push-Funktion vor, über die Server Daten an Clients senden können, noch bevor diese die Ressource angefragt haben.

Details zu SPDY finden sich unter dev.chromium.org/spdy. Ob die eigene Version von Chrome SPDY verwendet, kann unter chrome://net-internals/#spdy nachgesehen werden.  (ji)


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(13.11.2009, https://glm.io/71179 )

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