Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0006/8259.html    Veröffentlicht: 19.06.2000 16:11    Kurz-URL: https://glm.io/8259

Studie: Websites missachten die Bedürfnisse von Journalisten

Neue ProfNet-Internet-Zielgruppenstudie Journalisten 2000

Kaum eine Internet-Seite entspricht den Anforderungen, die Journalisten und Redakteure an das neue Medium stellen. Das ist das Ergebnis der Studie "Journalisten 2000", die von Online Relations Consulting gemeinsam mit ProfNet durchgeführt wurde.

Dabei wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Uwe Kamenz, Professor für Marketing an der FH Dortmund, erstmalig überprüft, wie Unternehmen ihre Website nutzen, um ihre PR- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Das Resultat zeigt, dass eine Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Web-Angebot und den Erwartungen der Zielgruppe Journalisten und Redakteure gibt.

So bietet nur jede zweite Website (55 Prozent) einen deutlich gekennzeichneten Pressebereich. Lediglich 12 Prozent der untersuchten Sites verfügt über eine Suchfunktion. Ebenfalls nur jede zweite Seite (56 Prozent) nennt den Namen des Pressesprechers. Vernachlässigter Bereich ist auch die Möglichkeit des Downloads: Nur 26 Prozent der Seiten ermöglichen das Herunterladen von Bildmaterial, lediglich 17 Prozent von Pressetexten.

Das Institut konnte bereits durch die bisher durchgeführten über 25 Internet-Branchenstudien auf eine mangelnde Kunden- und fehlende Zielgruppenorientierung der Webangebote in vielen Branchen hinweisen. Die aktuelle Studie zeigt darüber hinaus, dass selbst mit "erkannten Zielgruppen" die kommunikative Auseinandersetzung offenbar nicht gewünscht oder schlicht als Notwendigkeit nicht erkannt wird. Dabei bietet gerade das Internet einzigartige Möglichkeiten und Chancen, Journalisten und Redakteure als kommunikative Multiplikatoren für eigene Unternehmensziele zu gewinnen und an sich zu binden.

"Zwischen Realität und Anspruch klafft noch eine große Lücke. Die realen Bedürfnisse der Journalisten werden zu wenig bis überhaupt nicht berücksichtigt und die Möglichkeiten des Internets als kostengünstige Kommunikationsalternative nicht erkannt", fasst Projektleiter Dr. Peer Walter Jahn die Ergebnisse zusammen.

Die ausführlichen Ergebnisse mit Tabelle finden sich bereits im Netz, eine Bestellung der kompletten Studie kann ebenfalls bestellt werden.  (ck)


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