Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1104/82485.html    Veröffentlicht: 01.04.2011 12:14    Kurz-URL: https://glm.io/82485

Test iPad 2

Ein bisschen Konkurrenz für Konsolen

Mit dem iPhone und dem ersten iPad hat Apple das Geschäft der Handheldhersteller umgekrempelt. Das iPad 2 geht einen Schritt weiter: Dank flüssiger HD-Grafik und möglicher TV-Ausgabe ist es auch Konkurrenz für Konsolen - zumindest Nintendos Wii könnte unter Druck geraten.

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die große Wirkung entfalten. Im Falle des iPad 2 ist es gar nicht so sehr das veränderte Innenleben, das langfristig auch das Geschäft der Konsolenhersteller Nintendo, Microsoft und Sony verändern könnte - es ist vor allem die Möglichkeit, beim Spielen auch den Fernseher mitzubenutzen. Anders als mit dem Vorgängermodell können Games auf dem neuen Tablet von Apple ohne großen Aufwand auch auf TV-Geräten angezeigt werden. Dazu benötigen Spieler lediglich das für 40 Euro optional erhältliche HDMI-Adapterkabel, und schon lässt sich etwa das rund 8 Euro kostende Rennspiel Real 2 HD auf jedem heimischen Fernseher im hochauflösenden Modus betreiben.

Das funktioniert im Falle des Rennspiels Real Racing 2 HD von Firemint sogar mit Bewegungssteuerung: Der Spieler steuert seine Vehikel, indem er das iPad 2 wie ein Lenkrad bewegt. Die Grafik macht dabei einen guten Eindruck: Sie ist sehr flüssig und allein schon wegen der Auflösung besser als das, was üblicherweise auf der Wii zu sehen ist - an das, was eine Playstation 3 oder eine Xbox 360 können, reicht die Qualität allerdings nicht heran. Außerdem sind, zumindest auf den heutzutage üblichen Breitbild-Bildschirmen, rechts und links vom Spiel dicke schwarze Balken zu sehen. In der Praxis stören außerdem Kabel und Adapter, die nicht sonderlich fest sitzen, sondern immer mal wieder herauszurutschen drohen - und sogar verbogen werden könnten.

Mit seinem Dual-Core-A5-Prozessor mit 1 GHz und dem gegenüber dem Vorgänger beschleunigten Grafikkern skaliert das iPad 2 seine Standardauflösung von 1.024 x 768 Pixeln am Fernseher auf Full-HD mit 1.920 x 1.080 Pixeln hoch. Das Bild wirkt auch am TV noch sehr flüssig, die Grafikqualität ist gut. In einer späteren Version des Rennspiels soll es außerdem möglich sein, am TV-Gerät das eigentliche Rennen und auf dem Display des iPad 2 den Rückspiegel oder andere Informationen anzuzeigen.

Infinity Blade mit schönerer Rüstung

Deutlich sichtbar sind die grafischen Verbesserungen bei dem von Epic Games stammenden Vorzeigespiel Infinity Blade, das auf der Unreal Engine basiert. Insbesondere fällt im direkten Vergleich zwischen den Versionen iPad und iPad 2 auf, wie stark das Spiel auf der ersten Hardwaregeneration ruckelt - das stört zwar nicht beim rundenweise Monsterkloppen, aber schön sieht es nicht aus. Auf dem iPad 2 läuft die Darstellung wesentlich flüssiger. Dazu kommen noch eine Reihe grafischer Detailverbesserungen. Gut erkennbar ist das auf unseren Screenshots etwa an der Rüstung des Helden, die wesentlich plastischer als in der älteren Version wirkt.

Bislang ist das Angebot an Spielen, die von den speziellen Fähigkeiten des iPad 2 Gebrauch machen, noch sehr dünn, was sich in den nächsten Monaten und Wochen aber ändern dürfte. Immerhin ist die größere Leistungsfähigkeit gelegentlich auch bei anderen Spielen spürbar: Wer etwa bei einer Partie Angry Birds viele Aktivitäten im Hintergrund mitlaufen hat oder eine dicke Mail herunterlädt, läuft etwas weniger Gefahr, wegen einer stockenden Animation einen wertvollen Vogel zu verballern.

Fazit

Noch gibt es kaum Spiele, die die größere Leistungsfähigkeit des iPad 2 wirklich ausnutzen. Das dürfte sich aber rasch ändern: Die Kombination aus flüssiger Grafik, Touchscreen mit Elementen von Bewegungssteuerung und Grafikausgabe am TV-Gerät ist klasse und macht im Falle von Real Racing 2 HD schon viel Spaß.

Langfristig könnten die etablierten Konsolen so tatsächlich ein wenig Konkurrenz durch das iPad 2 bekommen. Sicherlich nicht bei den großen, speziell auf die Hardware zugeschnittenen Großproduktionen für den Hardcoremarkt. Aber es gibt viele Casualspieler, die einfach nur ab und an auf dem heimischen Fernseher ein paar harmlose Spiele daddeln möchten - und für die wird es sicher schon bald ausreichend interessante Angebote geben. Das größte Problem ist dabei nicht die Grafik, sondern der unkomfortable und wacklige HDMI-Adapter.  (ps)


Verwandte Artikel:
iPad 2 im Test: Tablet mit Kühlschrank-Effekt   
(26.03.2011, https://glm.io/82363 )
Apple iOS 11 im Test: Alte Apps weg, Daten weg, aber sonst alles gut   
(19.09.2017, https://glm.io/130092 )
Homepod im Test: Smarter Lautsprecher für den Apple-affinen Popfan   
(19.02.2018, https://glm.io/132761 )
New Nintendo 2DS XL im Test: Schwaches Hardware-Finale   
(27.07.2017, https://glm.io/129138 )
Xbox One X im Test: Schöner, schwerer Stromfresser   
(07.11.2017, https://glm.io/130975 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/