Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82369.html    Veröffentlicht: 26.03.2011 14:05    Kurz-URL: https://glm.io/82369

iSharegossip

Bundesprüfstelle indiziert Lästerseite

Das Angebot iSharegossip ist erwartungsgemäß von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften auf den Index gesetzt worden. Die Indizierung hatte das Familienministerium initiiert. Das hat zudem mehrere Webangebote gegen Cybermobbing aufgesetzt.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat das Internetangebot iSharegossip auf den Index gesetzt. Damit wird die Seite aus deutschen Suchmaschinen gestrichen und kommt auf die Liste von Filterprogrammen. Eine solche Entwicklung hatte sich in der vergangenen Woche abgezeichnet.

Schröder zufrieden

Familienministerin Kristina Schröder zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung der Behörde. "Cybermobbing kann in der Seele unserer Kinder und Jugendlichen große Schäden anrichten. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt, dass diese Mobbingseite auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gesetzt wird", sagte Schröder. Die Indizierung sei "ein klares Signal an Kinder, Jugendliche und Eltern: Seid wachsam bei Euren Aktivitäten im Internet und denkt an die Folgen."

Gleichzeitig hat das Ministerium eine Aktion gegen Cybermobbing ins Leben gerufen. Dazu gehört die Einrichtung mehrerer Website, auf denen sich Erwachsene und Jugendliche informieren können. Cybermobbing könne schlimme Folgen "bis hin zu Suizidversuchen und brutalster realer Gewalt" haben.

Medienkompetenz fördern

Ziel der Webangebote sei, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Damit sollen sie selbst in der Lage sein, "zu erkennen, wo der Spaß aufhört und die Hetze anfängt".

Auf dem Angebot iSharegossip konnten Nutzer anonym über andere lästern. Dort hatten sich vornehmlich junge Nutzer auf höchst abstoßende Weise über ihre Mitmenschen ausgelassen. So wurden dort unter anderem Amokdrohungen gegen eine Berliner Schule ausgesprochen, die daraufhin zeitweise geschlossen werden musste. Ebenfalls in Berlin war am vergangenen Wochenende ein 17-Jähriger zusammengeschlagen worden. Er wollte mehrere Schüler zur Rede stellen, die seine Freundin auf iSharegossip beleidigt hatten.

Anzeigen gegen Betreiber und Nutzer

Seit Anfang des Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft in Frankfurt gegen das Webangebot. Ihr liegen mehrere Anzeigen unter anderem wegen Beleidigung, übler Nachrede und Volksverhetzung vor. Sie richten sich gegen den Betreiber, aber zum Teil gegen die Nutzer, die dort beleidigende Nachrichten hinterlassen haben.  (wp)


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