Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82363.html    Veröffentlicht: 26.03.2011 11:48    Kurz-URL: https://glm.io/82363

iPad 2 im Test

Tablet mit Kühlschrank-Effekt

Dünner, leichter und sehr viel schneller: So lässt sich das iPad 2 beschreiben. Ein paar Designentscheidungen lassen es etwas zerbrechlicher wirken als den Vorgänger und Full-HD funktioniert nur mit Einschränkungen. Pfiffige Neuerungen gibt's dafür außerhalb des iPads. Das Smartcover gefällt, auch wenn es seinen eigentlichen Zweck nicht ganz erfüllt.

Das iPad 2 ist die zweite iOS-Tablet-Generation von Apple. Die Designer aus Cupertino bleiben beim Bewährten und ändern zumindest am grundlegenden Design nichts. Es bleibt ein 10-Zoll-Tablet mit einer Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln, das ein IPS-Panel benutzt und damit recht unabhängig vom Blickwinkel des Nutzers ist. Es ist vor allem Modellpflege. Wo Apple konnte, wurde Gewicht gespart und das Volumen reduziert. Sogar der Gewichtsunterschied zwischen dem 3G-Modell mit GSM-Modem und dem reinen WLAN-Modell wurde auf wenige Gramm reduziert.

Das Innenleben wurde ausgetauscht. Statt eines A4 wird jetzt ein Dual-Core-A5-Prozessor (1 GHz) eingesetzt, der mehr RAM zur Verfügung hat und einen beschleunigten Grafikkern besitzt. Trotzdem will Apple mit dem iPad 2 eine vergleichbare Akkulaufzeit von 10 Stunden bieten. Eine Marke, die nur wenige Tablethersteller erreichen.

Bei der Speicherausstattung hat sich nichts geändert. Das Maximum bleibt weiterhin bei 64 GByte und das Minimum bei 16 GByte. Erweitert werden kann der Speicher nicht. Wenn das iPad voll ist, muss aussortiert werden. Dank iOS 4.3 muss immerhin nicht mehr alles synchronisiert werden. Wen die Neuerungen von iOS 4.3 interessieren: Wir haben das Betriebssystemupdate bereits vor zwei Wochen auf vier Seiten getestet. Die Neuerungen gelten natürlich auch für unser Testmuster, ein iPad 2 3G mit 64 GByte Speicherkapazität. Einziger Unterschied: Wir setzen für die Benchmarks iOS 4.3.1 ein, das ein paar Fehlerbehebungen enthält. Für das Video wurde noch iOS 4.3 benutzt.

An den Möglichkeiten der Verbindungen hat sich nichts geändert. Wie bei fast allen Apple-Geräten, Ausnahmen sind nur die iPhones und iPod touch, bietet das iPad 2 Dual-Band-WLAN. Bluetooth 2.1+EDR gehört ebenfalls zum Gerät. Die 3G-Modelle haben zusätzlich ein Quad-Band-HSPA/GSM-Modem.

Leichter und dünner - die Handhabung

Nimmt der Anwender das iPad 2 zum ersten Mal in die Hand, wundert er sich erst einmal darüber, wie handlich das Tablet geworden ist. Der Grund lässt sich nicht unbedingt mit Zahlen erklären: Mit knapp über 600 Gramm ist das iPad 2 immer noch kein Fliegengewicht und nur rund 100 Gramm leichter als der Vorgänger. Die gefühlte Leichtigkeit ist vielmehr auf das wesentlich dünnere Gehäuse zurückzuführen, das rund 9 mm statt wie der Vorgänger etwa 13 mm an der dicksten Stelle misst. Die wenigen Millimeter machen recht viel aus. Optisch hingegen wirkt das neue iPad nicht dünner, solange der Anwender nicht beide Geräte direkt vergleicht. Beim ersten iPad hat die langgezogene Wölbung der Unterseite geschickt die Dicke des Geräts kaschiert. Beim neuen iPad fehlt dies.

Steckersorgen

Mit der Abrundung des Gehäuses hat sich Apple keinen Gefallen getan. Der iPod-Stecker für die Synchronisation steckt nicht mehr komplett im iPad. Unsere Befürchtung: Der Stecker kann nach unten wegbrechen, wenn der Anwender nicht aufpasst. Bestenfalls verbiegt sich der Stecker, schlimmstenfalls erwischt es die Buchse. Jedenfalls wirkt die Designentscheidung von Apple wenig vertrauenerweckend.

Den Micro-SIM-Karten-Schacht hat Apple ebenfalls verändert. Im ersten Moment war es etwas ungewöhnlich, dass der Stift zum Lösen des Kartenhalters schräg eingeführt werden muss. Die Prozedur ist ein wenig hakelig. Zum Glück wechselt ein Anwender eine SIM-Karte nur selten. SD-Karten sind weiterhin nur per Kartenleser mit dem iPad verwendbar, der an den Dock-Anschluss gestöpselt werden muss.

Spielen am Fernseher und Ausleuchtungsprobleme

Das iPad 2 ermöglicht ein komplettes Spiegeln des Bildes auf einen externen Monitor. Voraussetzung ist dafür ist ein optionales HDMI-Adapterkabel für 40 Euro, es liegt dem Gerät leider nicht bei. Damit können beispielsweise Spiele auf einem Fernseher gespielt werden. Nicht jede Anwendung beschränkt die Möglichkeit aufs Spiegeln. Apples iMovie kann auf dem iPad 2 beispielsweise den externen Monitor unabhängig ansteuern. Während auf dem Tablet die grafischen Kontrollen bedient werden, wird der externe Monitor zur Begutachtung des Materials verwendet. Für Spiele wird das durchaus interessant, wenn sich die Programmierer entscheiden, optional beim iPad nur den Controller einzublenden und am Bildschirm das Spielgeschehen darzustellen.

Entsprechende Pläne hat das Entwicklerteam von Real Racing 2 HD, Toucharcade, berichtet. Auf dem iPad werden Streckeninformationen angezeigt, während das Renngeschehen auf dem Fernseher gezeigt wird.

Zudem können Spiele auf dem iPad 2 besser aussehen als auf dem ersten Modell. Infinity Blade ist eines der populären Spiele, die von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen. Allerdings wird nicht jedem der grafische Unterschied beim normalen Spielen auffallen. Auf den Screenshots ist er hingegen recht deutlich.

Halbes Full-HD

Das iPad 2 beherrscht Full-HD, kann also Bilder mit 1.920 x 1.080 Pixeln an einem Fernseher wiedergeben. In der Praxis bedeutet das aber nicht, dass das iPad 2 auch 1080p-Videos beherrscht: Weiterhin ist es nicht möglich, Apples eigene 1080p-Trailer mit dem iPad zu synchronisieren. Sie werden von iTunes erst gar nicht auf das iPad übertragen.

Ausleuchtung des iPads

Im Netz waren hin und wieder Berichte von Ausleuchtungsproblemem zu lesen. Unser Testmuster, das Apple gestellt hat, zeigt im unteren Bereich rechts neben dem Home-Button tatsächlich Unregelmäßigkeiten. Sie fallen beispielsweise beim Betrachten eines Films auf. Im direkten Vergleich mit dem ersten iPad stellt sich aber heraus, dass auch dessen Display nicht perfekt ist. Das iPad der ersten Generation zeigt je nach Winkel sehr unterschiedliche Schwarzdarstellungen, die zuweilen heller als beim iPad 2 sind. Das iPad 2 schafft es dafür nicht, so ein sattes Schwarz darzustellen wie das iPad der ersten Generation.

Wir konnten noch zwei weitere Geräte auf die Problematik hin untersuchen. Eines davon hatte keine Ausleuchtungsprobleme, das andere zeigte ebenfalls im Bereich des Home-Buttons Unregelmäßigkeiten.

Änderung bei Lautsprechern und das Smart Cover

Mit dem iPad 2 hat Apple das Lautsprecherdesign verändert. Der neue Lautsprecher ist deutlich angenehmer, insbesondere, wenn der Nutzer das iPad in der Hand hält. Vibrationen werden nun nicht mehr so stark zum Gehäuse übertragen und sind dann spürbar. Beim iPad der ersten Generation war das zuweilen störend. Der Lautsprecher strahlt nur auch nach unten ab. Damit stört es den Nutzer nicht mehr ganz so stark, dass der Schall nur aus einer Richtung kommt. Es bleibt nämlich beim Mono-Design aus einer Richtung, dessen Nachteile durch zusätzliche Reflexionen etwas abgemildert werden.

Insgesamt klingt Musik aus dem iPad 2 besser, satter, weniger blechern. Details sind eher wahrnehmbar. Dafür ist der Lautsprecher nun etwas von der Reflexionsoberfläche dahinter abhängig.

Neu sind die beiden Kameras, eine vorne und eine hinten. Die hintere kann sogar Video in 720p aufnehmen. Besonders beeindruckt waren wir von den Kameras allerdings nicht. Sobald es etwas dunkler im Büro war, beispielsweise durch eine dichte Wolkendecke, rauschte die hintere Kamera schon unangenehm. Es braucht gute Lichtverhältnisse für akzeptable Bilder. Für Videotelefonie ist das Kamerasystem aber ausreichend.

Smartcover - geht das Kühlschranklicht wirklich aus?

Eine der interessantesten Neuerungen des iPad 2 ist sicher das sogenannte Smart Cover. Mit Hilfe von Magneten bietet das Cover verschiedene Möglichkeiten.

Eine davon ist das Abdecken des Displays. Mit dem Smartcover schaltet sich das iPad dann automatisch aus, sobald es geschlossen wird. Den Effekt kennt eigentlich jeder, der einen Kühlschrank besitzt. Als Kleinkind fragte sich so mancher, ob das Kühlschranklicht hinter der verschlossenen Tür wirklich ausgegangen war. Selbst manch Erwachsener bezweifelt bis heute, dass das Kühlschranklicht wirklich ausgeht. Beim Smartcover kann sich der Nutzer davon überzeugen, wenn er es nur leicht anhebt.

Ein Vorteil des Smartcovers: Der Nutzer gewöhnt sich schnell daran, das iPad nach der Nutzung damit zu schließen und Strom zu sparen. Außerdem geht das iPad beim Öffnen wieder an, ohne dass der Nutzer den virtuellen Schieberegler bedienen muss. Wer diese durchaus praktische Funktion nicht mag, der kann sie in den Optionen deaktivieren.

Außer zum Deaktivieren des Displays kann das Smartcover als Standfuß oder als Erhöhung des hinteren Tabletteils benutzt werden. Es lässt sich so sehr angenehm tippen oder ein Film schauen. Mutige Nutzer können mit dem Smartcover das iPad auch einfach an den Kühlschrank heften. Die Magneten des Covers kleben zuverlässig an einem Kühlschrank und die Magnetverbindung zwischen Cover und iPad 2 ist recht stark. Der Nutzer kann mit dem Cover ein iPad 2 hochheben. Nur mit Schwung sollte das nicht gemacht werden.

Ohnehin ist davon auszugehen, dass die Magneten irgendwann schwächer werden. Wer keinen Schaden am iPad riskieren will, der sollte von Kühlschrankexperimenten lieber absehen. Wesentlich vertrauenerweckender sind die beiden Standfußfunktionen.

Teures Zubehör, das eine Schutzhülle nicht ersetzt

Der Kühlschrankeffekt kostet; das Smartcover gehört zum Zubehör, bei dem Apple kräftig verdient. Das uns zur Verfügung stehende Smartcover in der Lederausführung geht mit stolzen 70 Euro als Negativbetrag vom Bankkonto. Die Plastikvariante kostet immer noch 40 Euro. So nützlich wir das Smartcover finden, diesen Preis rechtfertigt es nicht.

Zudem gehört das Smartcover definitiv zu den Schutzhüllen für den Heimbetrieb. Dass das Smartcover für den mobilen Einsatz nichts taugt, ist eigentlich ziemlich offensichtlich. Es haben dennoch viele Nutzer gehofft, dass das Cover einen zuverlässigen Schutz für das iPad 2 bietet. Für unterwegs ist eine andere Hülle mit besserer Schutzwirkung notwendig. Das liegt nicht nur an der offenen Rückseite, sondern auch an dem Umstand, dass in einer vollen Tasche das Cover verrutschen kann. Der Magnetverschluss reicht nicht, um schiebenden Kräften in einer Tasche entgegenzuwirken.

Reinigende Wirkung des Smartcovers mit Nachteilen

Im Netz sind einige Videos zu finden, die Spuren des Smartcovers auf dem Display zeigen. Die Spuren haben wir nach einigen Stunden intensiver Benutzung auch gesehen, können aber dennoch nicht bestätigen, dass das Cover keine Reinigung durchführt. Im Gegenteil: Gerade weil das Smartcover das Display zum Teil reinigt, fällt der Schmutz an Stellen auf, an denen das Smartcover nicht aufliegt. Es sind die Faltstellen, an denen die Fettablagerungen nicht entfernt werden. Mit anderen Worten: Würde das Cover nicht reinigen, würde das Display einfach gleichmäßig schmutzig aussehen. Spuren hinterlässt das Smartcover technisch anfangs nicht, da die Spuren in Bereichen auftauchen, die das Smartcover nicht berührt.

Wie bei allen Reinigungsmechanismen lässt die Reinigungswirkung nach einiger Zeit nach. Wir kennen das von unseren Display-Reinigungstüchern aus Microfaser, die ebenfalls eine reinigende Wirkung versprechen und trotz dieses Versprechens irgendwann gewaschen werden müssen. Sobald die Tücher zu schmutzig sind, hinterlassen sie Dreck. Beim Smartcover verhält es sich genauso, mit dem Unterschied, dass die Reinigung mit der Waschmaschine nicht funktioniert. Ein großer Nachteil des Smartcoverkonzepts ist zudem, dass der Nutzer im aufgeklappten Zustand die reinigende Seite in der Hand hat und dementsprechend seine Absonderungen aktiv auf das Smartcover aufträgt und diese beim Zuklappen wieder aufs Display bringt.

Egal welche Hülle genommen wird, ums Putzen kommt der Anwender nicht herum, insbesondere wenn die Hülle selbst dreckig wird. Zudem ist zu befürchten, dass der Magnetanschluss des Smartcovers irgendwann Kratzer hinterlässt.

Geschwindigkeitsunterschiede und Benchmarks

Eines lässt sich allgemein sagen: Das iPad 2 ist deutlich schneller als sein Vorgänger. In Benchmarks lässt sich das auch bestätigen. In der Praxis macht sich dies vor allem beim Starten von Anwendungen bemerkbar. Ein paar Sekunden schneller startet etwa das Spiel X-Plane. Auch beim Surfen merkt der Anwender dies. Das iPad behält dank RAM-Verdoppelung deutlich mehr Webseiten im Speicher. Auch beim Wechsel zwischen laufenden Anwendungen ist eine Beschleunigung spürbar.

Ansonsten sind Anwendungen, die direkt vom iPad 2 profitieren, erst einmal Mangelware. Apples iMovie gehört zu den Anwendungen, die neben dem iPhone 4 nur mit dem iPad 2 funktionieren, Hacks einmal ausgenommen. Dass Entwickler bereits die erste iPad-Generation ausschließen, ist sehr unwahrscheinlich, denn dazu ist das iPad zu verbreitet. Das iPad 2 führt allerdings zu einer zunehmenden Fragmentierung der iOS-Plattform und kann somit den Entwicklungsaufwand steigern. Ein Problem, unter dem auch die Android-Plattform leidet.

Im Geekbench 2.1.9 zeigt das alte iPad 452 Punkte. Deutlich mehr sind es beim neuen Gerät: 750 Punkte. In einigen Unterbenchmarks (Stream) sind die beiden iPads aber nahezu gleich in der Punktezahl. Mit dem Test GL-Benchmark 1.1.7 ist die Integer Performance beim alten iPad sogar etwas höher als beim iPad 2. Hier liegen die Werte durchschnittlich bei 12.764 Punkten fürs iPad 1 und 12.369 Punkten fürs iPad 2. Auffallend beim GL-Benchmark: Die Werte des ersten iPads schwankten zwischen den einzelnen Durchläufen sehr viel deutlicher (bis zu 600 Punkte) als beim neuen Modell.

Weitere Unterschiedswerte: Das iPad 2 bootet rund zwei Sekunden schneller als das iPad 1 (27 Sekunden). Bis der Flugsimulator X-Plane gestartet ist, vergehen beim iPad 2 rund 15 Sekunden statt 20 Sekunden beim Vorgänger. Der Sunspider-Benchmark 0.9.1 für den Browser zeigte deutliche Unterschiede: 3.228,3 ms für das iPad 1 zu 2.049 ms für das iPad 2.

Akkulaufzeit

Einen vollen Test konnten wir nicht durchführen. Während des Tests musste das iPad immer wieder angeschlossen werden, was das Tablet auch auflädt. Wir konnten aber mit einer 85-Prozent-Ladung einen kompletten Tag mit dem iPad 2 arbeiten. Insgesamt sind wir auf etwa 8 Stunden Laufzeit verteilt auf den Tag gekommen. Dabei wurde installiert, ein Film geschaut (Despicable Me, SD-Version), zwischendurch Infinity Blade gespielt, über 3G gesurft und einiges ausprobiert. Etwa die Hälfte der Zeit haben wir die Helligkeit manuell auf das Maximum gestellt. Sonst blieb das iPad bei mittlerer Grundhelligkeit in der Automatik und regelte sich dementsprechend gegen Abend herunter. Abends hat das iPad 2 dann auch weniger den Akku belastet. Beim reinen Musikhören mit aktivem Display verliert das iPad 2 rund sechs bis sieben Prozentpunkte je Stunde bei mittlerer Displayhelligkeit. Realistisch ist die Akkulaufzeitangabe von Apple mit 10 Stunden durchaus.

Am ehesten wird der Akku bei 3D-Spielen beansprucht. Mit maximaler Helligkeit (manuell) macht das Spiel Infinity Blade rund die Hälfte des Akkus in 2,5 Stunden leer.

Vergleich zur Konkurrenz

Hier und da gibt es inzwischen interessante Ansätze im Tablet-Markt, die sich auch Apple abgucken könnte. Das iPad 2 kann beispielsweise nicht direkt mit Apples iPhones interagieren, entsprechende Pläne hat dagegen HP für die WebOS-Plattform: Das WebOS-Tablet Touchpad kann mittels Touch-to-Share URLs direkt mit einem WebOS-Smartphone austauschen. Zudem soll das Touchpad SMS und Anrufe entgegennehmen können, die eigentlich nur für ein WebOS-Smartphone gedacht sind. Auch RIM will mit seinem Blackberry Playbook die Zusammenarbeit zwischen Smartphone und Tablet intensivieren.

Eine derartige Infrastruktur über alle Geräte hinweg ist vor allem im Geschäftsbereich interessant. Apple hat hingegen eine ausgebaute Heiminfrastruktur. Eine Zusammenarbeit wie die zwischen Apple TV, Windows-PCs sowie Macs mit iTunes und den mobilen iOS-Geräten bieten andere nicht.

Wer auf Android setzt, hat einen anderen Vorteil, den Apple kaum bieten kann: Auswahl bei der Hardware. Dort gibt es zahlreiche Formfaktoren vom Smartphone-Tablet bis zum direkten iPad-Konkurrenten und bei einigen Produkten auch spezielle Anpassungen. Mit Android 3.0 werden allerdings erst einmal alle Tablets softwareseitig nahezu identisch sein. In den kommenden Monaten ist eine Anpassung nicht erlaubt.

Die große Hardwareauswahl bleibt aber und der Kunde kann so sein Wunschgerät anhand der Hardwareausstattung suchen. Beim iPad ist das anders; Ausnahmen sind Speicherkapazität, Gehäusefarbe und GSM-Modem.

Mangelnde Verfügbarkeit und Fazit

Das iPad 2 ist theoretisch bereits im Handel verfügbar. Unser Testmodell mit GSM-Modem und 64 GByte Speicherkapazität kostet rund 800 Euro. Dazu kommt noch Zubehör im Wert von 100 Euro durch das Smartcover und den HDMI-Adapter. Die günstigste Variante ohne GSM-Modem und mit 16 GByte Speicher gibt es für rund 480 Euro. Derzeit muss allerdings mit langen Lieferzeiten gerechnet werden. Spontankäufer haben nur geringe Chancen auf ein iPad 2. Im Laufe des Freitagabends (25. März 2011), dem Verkaufsstart des iPad 2, waren viele Händler ihre Tabletkontingente bereits los. Im Apfeltalk-Forum wurde teils von Liefermengen für einige Elektronikketten berichtet, die geringer ist als die Gesamtanzahl aller iPad-2-Varianten (12).

Fazit

Braucht ein Besitzer des ersten iPads ein neues iPad? Nach unserer Einschätzung nicht. Wer bereits ein iPad hat, findet in dem neuen Modell erst einmal nur wenige Vorteile. Das Kamerasystem allein ist jedenfalls eine Neuanschaffung nicht wert und auch die höhere Geschwindigkeit kann derzeit kaum ausgenutzt werden. Kein Grund, sich jetzt anzustellen, um unbedingt eines zu ergattern. Es sei denn, der Interessent hat Sorgen wegen des Wiederverkaufswerts seines Altgeräts. Es fehlen einfach noch die Anwendungen, die ein iPad 2 zwingend voraussetzen. In einem Jahr kann sich das aber durchaus geändert haben.

Wer hingegen kein iPad hat und die Nachteile der geschlossenen iOS-Plattform hinnehmen kann, der sollte jetzt zu dem neuen Modell greifen. Es ist schlicht zukunftssicherer und bietet doch einige Vorteile. Am ehesten überzeugt uns die Handlichkeit. Es sind zwar nur ein paar Millimeter und der Gewichtsunterschied von rund 100 Gramm im Vergleich zum Vorgänger ist kaum spürbar, trotzdem fällt auf, dass es viel angenehmer ist, das neue Modell herumzutragen.

Eines lässt sich allgemein zum iPad sagen, egal ob die erste oder zweite Version. Nicht zuletzt wegen des App Store, des guten Displays und der langen Akkulaufzeit bleibt das iOS-Gerät ein empfehlenswertes Tablet, dem die Konkurrenz immer noch weit hinterher ist. Die meisten Angriffe der anderen Hersteller sind erfolglos gewesen. Entweder sind die Geräte schlicht billige Konstruktionen, die meisten scheitern schon am Display und Akkulaufzeit, oder die Geräte wurden hastig auf den Markt geworfen. Einzig Samsung konnte sich mit seinem Galaxy Tab hervortun und sich stark genug vom iPad unterscheiden.

Wer ein Tablet will, hat derzeit kaum Alternativen zum iPad. Warten ist angesagt, bis auch die anderen Hersteller ihre neuen Tablets auf dem Markt haben.  (ase)


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