Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82343.html    Veröffentlicht: 25.03.2011 11:18    Kurz-URL: https://glm.io/82343

Paranga

Blättern im E-Book

E-Book-Reader ließen sich nicht intuitiv bedienen, kritisieren japanische Forscher. Sie haben mit Paranga ein Gerät entwickelt, das es ermöglicht, in einem digitalen Buch wie in einem gedruckten zu blättern. Das Gerät könnte künftig als Erweiterung an einem E-Book-Reader oder einem Tablet angebracht werden.

Forscher der Universität im japanischen Osaka haben ein Gerät entwickelt, das es dem Leser ermöglicht, mit einem E-Book-Reader auf ähnliche Weise umzugehen wie mit einem gedruckten Buch: Er kann es aufschlagen und wie in einem gedruckten Buch blättern.

Mischung aus Buch und E-Book-Reader

Paranga ist ein Hybrid aus einem herkömmlichen Buch und einem E-Book-Reader: Der Leser kann es aufschlagen wie ein Buch und darin blättern. Wie ein E-Book-Reader verfügt Paranga über einen Bildschirm, auf dem der Text des Buchs angezeigt wird.

Navigiert aber wird auf traditionelle Art und Weise: Statt über den Bildschirm zu wischen oder Tasten zu bedienen, beugt der Leser den flexiblen Deckel wie bei einem Taschenbuch. Ein eingebauter Sensor misst die Verformung und blättert entsprechend die Seiten weiter. Dabei vermittelt eine von einem kleinen Motor angetriebene Rolle, an der Papierstreifen befestigt sind, dem Leser das Gefühl, als blättere er tatsächlich in einem Buch.

Erweiterung für Lesegerät

Bei einem E-Book-Reader klicke oder wische der Nutzer, bis er zur gewünschten Seite komme. Das sei aber nicht sehr intuitiv, erklärt Hiroyuki Kidokoro von der Universität in Osaka im Gespräch mit dem japanischen Nachrichtenangebot Diginfo.tv. Ihr System hingegen vermittle dem Nutzer ein Gefühl dafür, wie viele Seiten er umblättere. Er könne sich vorstellen, dass Paranga als Erweiterung an einem E-Book-Reader oder einem Tablet angebracht werde.

Derzeit ist das System jedoch noch nicht sehr genau: Es kann nur viele Seiten umblättern, einzelne Seiten hingegen sind schwer zu treffen. Kidokoro glaubt, auch dafür eine Lösung parat zu haben: Statt Papierstreifen sollen auf der Rolle künftig Folienelektroden befestigt werden. Sobald eine Seite umgeblättert wird, soll eine Entladung stattfinden. Auf diese Weise sollen auch einzelne Seiten erfasst werden können.  (wp)


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