Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82291.html    Veröffentlicht: 23.03.2011 13:23    Kurz-URL: https://glm.io/82291

Netzneutralität und Zensur

Google gibt Transparenzsoftware in Auftrag

Google finanziert die Entwicklung von Programmen, die das Internet transparent machen. Damit sollen Nutzer feststellen können, ob der Datenverkehr verlangsamt oder ob Daten manipuliert werden.

Wissenschaftler des Georgia Institute of Technology entwickeln im Auftrag von Google Transparenzsoftware. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Programmen, mit deren Hilfe Nutzer erkennen können, ob Inhalte zensiert oder der Datenverkehr verlangsamt wird.

Datendurchsatz und Datenintegrität

Ziel ist, eine Reihe von webbasierten Werkzeugen zu entwickeln, mit denen Nutzer den Internetzugang unter drei Gesichtspunkten überprüfen können: Erreichbarkeit, Datendurchsatz sowie die Integrität der Daten, die über das Netz transportiert werden. Das gilt für herkömmliche ebenso wie für mobile Internetzugänge. Die Werkzeuge sollen kostenlos zur Verfügung stehen.

Internetnutzer in aller Welt sollen damit beispielsweise feststellen können, ob die Regierung den Datenverkehr verlangsamt oder blockiert, wie es kürzlich in Ägypten geschehen ist, ob sie Suchergebnisse verfälscht oder gar Webinhalte in ihrem eigenen Sinn verändert. Daneben sollen die Nutzer mit diesen Werkzeugen überprüfen können, ob ihr Internet Service Provider (ISP) ihnen tatsächlich den Dienst zur Verfügung stellt, für den sie bezahlen, oder ob er den Datenverkehr verlangsamt.

Regeln transparent machen

Nach Angaben der Wissenschaftler beschränken rund 60 Nationen den Zugang zu Informationen auf irgendeine Art und Weise. Mit dem Projekt wollen sie zu einem transparenten Internet beitragen. "Egal welche Regeln ein ISP oder eine Regierung in Bezug auf Zensur oder Netzneutralität aufstellt, sind wir der Ansicht, dass diese Regeln durchsichtig sein sollten", erklärt Nick Feamster, einer der Leiter des Projekts.

In Auftrag gegeben wurde das Projekt von Google. Das Internetunternehmen hat dafür eine Million US-Dollar bereitgestellt. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre mit der Option, sie um ein Jahr zu verlängern. In diesem Fall hat Google zugesagt, den Etat um eine weitere halbe Million US-Dollar aufzustocken.  (wp)


Verwandte Artikel:
Snet in Kuba: Ein Internet mit Billigroutern und ohne Porno   
(04.01.2018, https://glm.io/131945 )
Internetverkehr in Deutschland überschreitet Rekordmarke   
(03.06.2004, https://glm.io/31567 )
Bitag: Die Zukunft des Internets gestalten   
(09.06.2010, https://glm.io/75681 )
Unklare Fördermillionen: Google korrumpiert angeblich akademische Forschung   
(13.07.2017, https://glm.io/128902 )
EU: Virgin Media schränkt P2P-Datenverkehr ein   
(09.03.2011, https://glm.io/81994 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/