Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82130.html    Veröffentlicht: 16.03.2011 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/82130

WebM

VP8 für Hardwareencoder

Google hat mit Anthill einen Hardwareencoder für seinen freien Videocodec VP8 für die Implementierung in Chipsätzen veröffentlicht. Der Name der nächsten Softwareversion der Decodierbibliothek steht ebenfalls fest: Cayuga.

Mit Anthill will Google seinen Encoder für den VP8-Codec auch in Hardware implementieren. Gedacht ist die Implementierung für SoCs (System-on-a-Chip) oder Chips für die Hardwarebeschleunigung für Videos, etwa den Crystal-HD von Broadcom. Anthill - auch H1 Encoder RTL genannt - wurde für die Registertransferebene (Register transfer level, RTL) in VHDL beziehungsweise Verilog implementiert.

Der H1 kann auf Chips mit weniger als 270 MHz Taktung 1080p-Videos mit 30 FPS codieren und verbraucht laut Google dafür weniger als 80 Milliwatt. Die Belastung der CPU soll mit dem Einsatz von Anthill beim Codieren eines VGA-Videos mit 30 FPS auf solchen Systemen bei nahezu null liegen.

Die Qualität der mit Anthill codierten Videos liegt unter denen der mit dem entsprechenden Softwareencoder Bali codierten Versionen. Das sei bei den Hardwareencodierern normal, schreibt Aki Kuusela in seinem Blog. Kuusela ist Hauptentwickler des WebM-Projekts. Der Hardwareversion fehlten naturgemäß adaptive Algorithmen wie die Bewegungsvorhersage.

Bislang konnte Google seinen freien Videodecoder mit dem Namen G1 auf dem SoC RK29xx des chinesischen Herstellers Rockchip unterbringen. Der Chip enthält einen ARM Cortex-A8, der beim Decodieren von Videos mit Anthill weitgehend entlastet werden soll.

Auf welchen Chips der Encoder zum Einsatz kommen soll, steht noch nicht fest. Google sei im Gespräch mit etlichen namhaften Herstellern, werde aber weiterhin keine Lizenzgebühren für die Verwendung von Anthill verlangen. In der nächsten Version von Anthill wollen die Entwickler sowohl die Qualität als auch die Geschwindigkeit nochmals steigern.

Die nächste offizielle Version der Softwarebibliothek für das Codieren und Decodieren von VP8 soll Cayuga heißen und im 2. Quartal 2011 erscheinen. Die Entwickler haben sich vorgenommen, vor allem die Geschwindigkeit gegenüber dem Vorgänger Bali nochmals zu erhöhen.  (jt)


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