Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82115.html    Veröffentlicht: 15.03.2011 19:07    Kurz-URL: https://glm.io/82115

Datenschützer

Piwik statt Google Analytics

Wer ein Webanalysesystem einsetzen will, sollte zur Open-Source-Lösung Piwik greifen, rät das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) und erläutert, wie Piwik datenschutzkonform eingesetzt werden kann.

Viele der häufig genutzten Webanalysewerkzeuge sind mit den gesetzlichen Vorschriften nicht in Einklang zu bringen, teilt das ULD mit. Das gilt insbesondere für Google Analytics, das Google Webseitenbetreibern kostenlos zur Verfügung stellt, so die Datenschützer, denn Googles Dienst lässt sich hierzulande nicht datenschutzkonform einsetzen.

Webseitenbetreiber, die das ULD aufgefordert hat, den Einsatz von Google Analytics zu unterlassen, hätten bislang "auf den weiteren Einsatz von Google Analytics verzichtet und das Unternehmen aufgefordert, die dort gespeicherten personenbezogenen Daten zu löschen", so das ULD weiter. Zudem habe man Google, einschließlich des Chefentwicklers für Analytics, die bestehenden Datenschutzbedenken präsentiert. Google habe bisher jedoch nichts unternommen.

Allerdings beschränkt sich das ULD in seiner aktuellen Stellungnahme nicht nur auf den Hinweis, was nicht geht, sondern gibt auch eine Empfehlung ab, wie sich das Thema Webanalyse datenschutzkonform umsetzen lässt. Die Antwort heißt Piwik. Die Open-Source-Lösung stehe genauso wie Google Analytics kostenlos zur Verfügung und habe den Vorteil, dass die Verarbeitung der Daten nicht bei einer anderen Stelle oder bei einem Auftragsdatenverarbeiter stattfindet, sondern auf den Servern des Webseitenanbieters selbst. Das wiederum ist dann jedoch mit Kosten für den Webseitenbetreiber verbunden.

Das ULD erläutert ausführlich, wie Piwik datenschutzkonform eingesetzt werden kann, betont aber, dass die "positive Beurteilung des Produktes Piwik zum Zweck der Nutzungsanalyse [...] nicht einer Zertifizierung nach den vom ULD angebotenen Verfahren zur Erteilung des Gütesiegels Schleswig-Holstein oder des European Privacy Seals gleichkommt". Bisher gebe es keine derart zertifizierten Analysewerkzeuge und auch keine entsprechenden Verfahren.  (ji)


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