Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/82021.html    Veröffentlicht: 11.03.2011 09:20    Kurz-URL: https://glm.io/82021

Linux-Distributionen

Joli OS 1.2 verwendet Chrome 10

Das jüngst in Joli OS umbenannte Betriebssystem mit Weboberfläche bietet in Version 1.2 einen neuen Dateimanager und den aktuellen Chrome-Browser 10. Der Anmeldebildschirm wurde auf HTML5 portiert.

Joli OS 1.2 macht einen weiteren Schritt in Richtung HTML5: In der aktuellen Version haben die Entwickler auch den Anmeldebildschirm mit der neuen HTML-Version realisiert. Zudem bietet Joli OS einen neuen Dateimanager und den aktuellen Google-Browser Chrome 10. Joli OS verwendet die Benutzeroberfläche von Jolicloud, die inzwischen als eigenständige Anwendung läuft.

Der neue Dateimanager integriert interne und externe Datenträger in die Jolicloud-Oberfläche und bietet zusätzlich Details zur Speicherbelegung und eine Dokumentenvorschau. Wer sich über das neue Gastkonto einloggt, kann beispielsweise im Web surfen. Wenn sich der Benutzer als Gast abmeldet, werden seine gespeicherten Daten restlos gelöscht.

Den eingesetzten Chrome-Browser haben die Entwickler auf Version 10 mit Flash 10.2 aktualisiert. Zudem wurden weitere Apps in die Softwarequellen von Joli OS eingepflegt. Die HTML5-Benutzeroberfläche nutzt als Unterbau in Joli OS Gnome 2.32.

Das Betriebssystem verwendet weiterhin den Linux-Kernel 2.6.35. Der Kernel hat Treiber für WLAN-Adapter, Soundkarten und Webcams. Zusätzlich haben die Entwickler geschlossene Treiber für Grafikkarten von Nvidia und Intel mit Poulsbo-Chipsatz integriert, sie müssen nicht mehr aus dem Internet nachinstalliert werden. Auch für Netzwerkchips von Broadcom haben die Entwickler Treiber und Firmware integriert. Auf Systemen mit Intels Atom N450 und N550 verwendet Joli OS 1.2 einen eigens optimierten Linux-Kernel, der auch 1080p-Videos ruckelfrei abspielen soll.

Das auf Ubuntu basierende Betriebssystem wird in Joli OS umbenannt, um Verwechslungen mit dem ebenfalls bereitgestellten Webdesktop Jolicloud zu vermeiden.

Joli OS 1.2 liegt als CD-Image oder für die Installation unter Windows bereit. Letzteres installiert Joli OS in eine virtuellen Partition und kann anschließend über die Windows-Bootloader gestartet werden. Über einen Eintrag in der Systemsteuerung lässt sich Joli OS bei Bedarf komplett entfernen.  (jt)


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