Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/81994.html    Veröffentlicht: 09.03.2011 14:40    Kurz-URL: https://glm.io/81994

EU

Virgin Media schränkt P2P-Datenverkehr ein

Der britische Internetprovider Virgin Media hat damit begonnen, den Upstream von P2P- und Usenet-Nutzern zeitweilig einzuschränken. Virgin Media begründet den Schritt damit, Einschränkungen wegen Bandbreitenmangels vermeiden zu wollen.

Private Virgin-Media-Kunden müssen in Großbritannien zur Feierabendzeit mit langsamerem Datenfluss rechnen. Das gilt zumindest für jene Nutzer, die sich wochentags zwischen 17 Uhr und Mitternacht sowie am Wochenende zwischen 12 Uhr und Mitternacht dem Filesharing von Musikstücken, Filmen und anderen in P2P-Netzen oder via Usenet verbreiteten Inhalten widmen wollen. Der Internetprovider, der sich selbst als "der schnellste im Vereinigten Königreich" bezeichnet, führt eine Woche lang versuchsweise Bandbreitenbeschränkungen im Upstream für P2P- und Usenet-Verkehr ein.

Laut einer Erklärung auf der Homepage von Virgin Media soll die Bandbreiteneinschränkung dauerhaft eingeführt werden, "wenn der Testlauf erfolgreich ist". Bereits jetzt schränkt Virgin Media die Downloadbandbreite für den P2P- und den Usenet-Datenverkehr regelmäßig ein. Das gilt auch für Nutzer des 100-Mbps-Angebots von Virgin Media. Diese Maßnahme des Netzwerkmanagements soll dazu dienen, Engpässe im Datenverkehr zu vermeiden.

Insgesamt fallen die Reaktionen von Kunden auf das Virgin-Media-Experiment alles andere als positiv für den ISP aus. Eine ganze Reihe von Onlinespielern beschwert sich infolge des Bandbreitenmanagements über drastisch gestiegene Reaktionszeiten im Netzwerkverkehr. Besonders betroffen waren Rift-Spieler, die sich über Latenzen von teils mehr als 10 Sekunden beklagten. Laut Virgin Media seien die Probleme mit Rift auf Fehler der Serverkonfiguration des Providers zurückzuführen, die mittlerweile aber behoben sein sollen. [von Robert A. Gehring]  (jg)


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