Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/81993.html    Veröffentlicht: 09.03.2011 15:15    Kurz-URL: https://glm.io/81993

Robotik

Hört der Mensch dem Roboter zu?

Wissenschaftler in den USA wollen einem Roboter menschliches Verhalten beibringen: Er soll durch Gesten einen Menschen auf sich aufmerksam machen und dann erkennen, ob er damit Erfolg hat.

Wie kann ein Roboter die Aufmerksamkeit eines Menschen erregen und woran erkennt er, ob er Erfolg hatte? Mit dieser Frage setzt sich ein Forschungsprojekt am Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) auseinander. Roboter könnten nur angemessen mit Menschen kommunizieren, wenn sie mit diesen Fähigkeiten ausgestattet seien, erklärt Aaron Bobick, der die School of Interactive Computing am Georgia Tech leitet.

Ist der Mensch aufmerksam?

Ziel der Wissenschaftler war es, dem Roboter Simon beizubringen zu erkennen, wenn ein Mensch seine Aufmerksamkeit auf ihn richtet. Zu diesem Zweck soll Simon seine Kameraaugen nutzen, also auf optische Hinweise reagieren. "Simon soll irgendeine Geste machen oder eine andere Handlung durchführen, wenn ein Nutzer anwesend ist. Die Aufgabe des Sehsystems ist es herauszufinden, ob er die Aufmerksamkeit des Menschen erregen konnte", erklärt Bobick.

Simon erkennt mit einer Genauigkeit von 80 Prozent, ob der Mensch auf sein Winken reagiert und sich ihm zuwendet. Als Nächstes wollen die Wissenschaftler ihm beibringen, anhand der Blickrichtung eines Menschen zu erkennen, ob dieser ihn beachtet. Bisher hätten sich die Menschen in solchen Tests nach vorgegebenen Mustern verhalten, nach denen der Roboter dann gesucht habe, erzählt Bobick. Das funktioniere jedoch nur, wenn sich die Testperson genau an diese Verhaltensmuster halte. Nun werde ein neuer Ansatz verfolgt: Der Roboter soll auf natürliche Reaktionen des Menschen eingehen.

Roboter und Mensch

Ziel des Projekts ist laut Bobick, Roboter in die Welt der Menschen einzuführen. Wenn ein Roboter mit ihnen Kontakt aufnehme, erwarteten Menschen, dass er es auf dieselbe Weise tue wie ihre Artgenossen. Um mit dem Menschen kommunizieren zu können, müsse ein Roboter wie Menschen zum Beispiel den Wechsel von Sprecher und Zuhörer verstehen. Er müsse auch erkennen, dass jemand, der sich ihm zuwende, mit ihm Kontakt aufnehmen wolle.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse auf der Konferenz Human-Robot Interaction (HRI) vorgestellt. Die Konferenz, die von der Informatikergesellschaft Association for Computing Machinery (ACM) und dem Ingenieursverband Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) veranstaltet wird, geht am heutigen 9. März im schweizerischen Lausanne zu Ende.  (wp)


Verwandte Artikel:
Neural Dynamics: Roboter bekommen kognitive Fähigkeiten   
(26.01.2011, https://glm.io/81000 )
Intentionserkennung: Der Roboter soll verstehen, was der Mensch macht   
(31.08.2010, https://glm.io/77594 )
Robotik: US-Militär will kooperierende Maschinen   
(21.02.2011, https://glm.io/81583 )
Flippy: US-Fast-Food-Kette setzt Roboter zum Burgerwenden ein   
(06.03.2018, https://glm.io/133161 )
Robotik: Defekter Robonaut kommt zurück zur Erde   
(16.02.2018, https://glm.io/132826 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/