Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/81942.html    Veröffentlicht: 07.03.2011 14:29    Kurz-URL: https://glm.io/81942

Guttenbergs Professoren

Technik war 2006 nicht in der Lage, Plagiate zu finden

Vor fünf Jahren war die Erkennung von Plagiaten aufgrund der damals vorhandenen technischen Mittel kaum möglich, argumentieren die Professoren Peter Häberle und Rudolf Streinz, die damals die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg geprüft haben.

In einer gemeinsamen Presseerklärung haben Peter Häberle und Rudolf Streinz Stellung zu der Frage bezogen, warum bei ihrer Prüfung der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg nicht aufgefallen ist, dass große Teile der Arbeit Plagiate darstellen. In erster Linie verweisen die beiden Professoren auf das Vertrauensverhältnis zwischen Doktorvater und Doktorand, in zweiter Linie machen sie die Technik verantwortlich.

2006 sei die Erkennung von Plagiaten mit den damals vorhandenen technischen Mitteln kaum möglich gewesen: "Plagiatssoftware sowie auch andere Methoden waren damals keineswegs so weit entwickelt wie heute. Selbst Google wies noch nicht die fein justierte Suchmethode wie heute auf", heißt es in der Presseerklärung.

Google ist seit September 1998 online und hatte 2006 in Deutschland einen Marktanteil von rund 80 Prozent.

Die Überprüfung von Dissertationen mit technischen Mitteln sei damals zudem nicht üblich gewesen und sei es auch heute "(noch) nicht". Vor allem Programme, die juristische Arbeiten einbeziehen, "bedürfen noch heute der Weiterentwicklung", so die beiden Professoren.

Sie regen an, "künftig entsprechende technische Vorprüfungen auch bei Dissertationen vorzuschalten".

Die beiden merken aber auch an, dass zu Guttenberg in der mündlichen Prüfung "auf intensive Fragen zu Methodik und Inhalt der Arbeit souverän antwortete und sich jeglicher Diskussion stellen konnte".  (ji)


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