Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1103/81923.html    Veröffentlicht: 05.03.2011 11:17    Kurz-URL: https://glm.io/81923

Internet Explorer 6

Microsoft rät vom eigenen Produkt ab

Das letzte Stündlein des Internet Explorer 6 hat geschlagen. "In der Ära des modernen Webs ist es Zeit, Lebewohl zu sagen", erklärt Microsoft und drängt Nutzer dazu, den IE6 nicht weiter zu nutzen.

Zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung und mit zwei veröffentlichten Nachfolgern hält der Internet Explorer 6 noch immer einen weltweiten Marktanteil von zwölf Prozent; die meisten Nutzer gibt es in China, den USA, Südkorea und Indien. Zu viel, meint Microsoft und will den Marktanteil der Browser auf unter ein Prozent reduzieren.

Dazu hat Microsoft die Website The Internet Explorer 6 Countdown gestartet. Den IE 6 loszuwerden, sei ein ernsthaftes Anliegen, erklärt Microsoft. Auf der Website schlüsselt Microsoft auch den Marktanteil je Land auf und will die Zahlen monatlich aktualisieren, um zu feiern, wenn in einem Land der Marktanteil unter ein Prozent sinkt.

Microsoft geht davon aus, dass bei einem Marktanteil von unter einem Prozent der IE6 beim Webdesign keine Rolle mehr spielen wird, was Webentwicklern viel Arbeit ersparen soll.

Auf der IE6-Countdown-Website fasst Microsoft Informationen zusammen, die Unternehmen beim Umstieg auf einen modernen Browser helfen sollen. Gemeint ist damit der Internet Explorer 9, der noch nicht fertig ist.

Darüber hinaus regt Microsoft Websitebetreiber an, IE6-Nutzer zum Umstieg zu drängen.

Es gibt viele Gründe dafür, dem Internet Explorer 6 den Rücken zu kehren. Der veraltete Browser bremst die Entwicklung des Webs, schließlich werden die neuen Techniken nur in modernen Browsern unterstützt. Davon abgesehen, erhöht die oft unzureichende Unterstützung von Webstandards in alten Browsern den Aufwand bei der Entwicklung von Webapplikationen erheblich. Auch Microsoft räumt ein, dass ein großer Teil seiner Arbeitszeit darauf entfällt, eine Website im IE6 lauffähig zu machen. Webentwickler starteten daher schon mehrere Initiativen, um Nutzer des IE6 zum Wechsel zu bewegen, darunter IE6 No More oder der IE Death March. Im letzten Jahr verglich Microsoft Australien den IE6 mit alter Milch und teilte mit, die "Sicherheitsfunktionen des Internet Explorer 6 seien nun heute veraltet".  (ji)


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