Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1102/81674.html    Veröffentlicht: 24.02.2011 15:11    Kurz-URL: https://glm.io/81674

Apple

Macbook Pro mit Sandy-Bridge-CPU und neuer Schnittstelle

Apple verbaut eine neue Schnittstelle in seinen Macbook Pro. Intels Light Peak alias Thunderbolt bietet schnelle Datenverbindungen über den Displayport. Zudem haben die Pro-Modelle eine neue CPU-Architektur im Innenleben - sogar das 13-Zoll-Modell.

Apple führt eine Generalüberholung seiner Macbook-Pro-Serien durch. Sie kommen mit neuem Innenleben in Form von neuen CPUs und GPUs und auch eine neue Schnittstelle gibt es. Apple setzt nun verschiedene Core-i-Prozessoren der Sandy-Bridge-Generation ein. Es stehen die Modelle Core i5 und i7 zur Verfügung. Quadcore-Prozessoren gibt es erstmals in den 15- und 17-Zoll-Modellen in den Standardkonfigurationen mit 2 bis 2,2 GHz je Kern. Optional gibt es einen i7 mit 8 statt 6 MByte Cache und 2,3 GHz. Das 13-Zoll-Modell hat einen Dual-Core-i5 mit 2,3 oder -i7 mit 2,7 GHz. Der Cache ist beim Core i7 4 MByte groß, beim i5 nur 3 MByte. Genaue CPU-Modellnummern gibt Apple üblicherweise nicht an. So lassen sich bestimmte Prozessorfunktionen im Ark von Intel nicht nachprüfen.

4 GByte RAM gehören weiterhin zur Standardausstattung der Macbook Pro. Die Festplattenkapazitäten liegen zwischen 320 (13 Zoll) und 750 GByte (17 Zoll).

An den Displays hat sich offenbar nichts geändert. Die Standardauflösung beim 13-Zoll-Modell liegt bei 1.280 x 800 Pixeln, das 15-Zoll-Modell hat 1.440 x 900 oder 1.680 x 1.050 Pixel. Das 17-Zoll-Modell gibt es mit 1.920 x 1.200 Pixeln. Den Trend zu 16:9-Displays bei Notebooks macht Apple offenbar weiterhin nicht mit. Matte Displays gibt es als Built-To-Order-Optionen für das 15- und 17-Zoll-Modell. Über den Displays sitzt jeweils eine 720p-Webcam (Facetime HD Kamera).

Weg von Nvidia hin zu AMDs Radeon

Im Mobilbereich ist Nvidia mit seiner Geforce bei Apple jetzt weniger dominant. Mit der neuen Generation kommt AMD mit seinen Radeon-Grafikkernen zum Zug. Statt Intels HD-Grafik lässt sich ein Radeon HD 6490 (15-Zoll-Modell, 256 MByte Grafik-RAM) oder ein Radeon HD 6750 (beim 15-Zoll-Modell mit Core i7 mit 2,2 GHz und dem 17-Zoll-Modell, 1 GByte Grafik-RAM) bei Bedarf hinzuschalten. Die Umschaltung geschieht laut Apple automatisch.

Eine Ausnahme ist das Macbook Pro 13, das wir im Detail auf Seite 3 betrachten.

Die Akkulaufzeiten der Notebooks gibt Apple mit 7 Stunden bei allen Modellen an.

Das letzte Macbook Pro, das Golem.de getestet hat, zeigte, dass Apple bei den Laufzeiten durchaus realistische Angaben macht.

Das Gewicht der Macbook-Pro-Modelle hat sich nicht verändert. Beim 13-Zoll-Modell sind es 2,04 kg, das 15-Zoll-Modell ist 2,54 kg schwer. Und 2,99 kg wiegt laut Apple das Macbook Pro 17.

Neue schnelle Schnittstelle für das Macbook Pro

Die von Intel unter dem Namen Light Peak entwickelte Schnittstelle, nennen Apple und Intel nun gemeinsam Thunderbolt. Sie verzichtet entgegen der ursprünglichen Planung auf eine optische Übertragung. Thunderbolt überträgt die Signale also elektrisch und erreicht mit 10 GBit/s theoretisch mehr als USB 3.0. Von ersten Prototypen unterscheidet sich auch der Stecker. Während Intel zuvor immer wieder die USB-Bauform als Grundlage genommen und dort die zusätzlichen Verbindungen untergebracht hat, setzt Apple auf eine Integration in den Mini-Displayport. Erste Hinweise gingen von einer Integration im Magsafe-Connector aus, basierend auf einem von Apple angemeldeten Patent.

Mit der Integration in den Mini-Displayport hat Apple damit eine Art Dockinganschluss. Über einen Monitor lassen sich auch Anschlüsse für Datenträger und Ähnliches realisieren. Bis zu sechs Geräte sollen sich aneinanderketten lassen (Daisy Chaining). Auch die Kombination von Datenträger und Display ist möglich, so Apple. Monitore mit Mini-Displayport-Anschluss bietet vor allem Apple selbst an. Der normale Displayport-Anschluss setzt sich aber auch bei anderen Herstellern mehr und mehr durch.

Thunderbolt-Informationen veröffentlicht Intel auf seiner Webseite im Detail.

Alte Anschlüsse bleiben

Mit Thunderbolt werden andere Schnittstellen erst einmal nicht abgeschafft. Alle Notebooks haben weiterhin zwei bis drei USB-2.0-Anschlüsse, einen Firewire-800-Anschluss alias IEEE1394b und GBit-Ethernet. Auch ein SDXC-Schacht gehört zur Standardausstattung. Ausnahme: Beim 17-Zoll-Modell gibt es einen Expresscard/34-Schacht statt des SD-Kartenschachts.

Die weiteren Ausstattungsmerkmale der Notebooks: Dual-Band-WLAN gibt es nach 802.11a/b/b/n. Bluetooth wird in der Version 2.1+EDR unterstützt. Eine Option für WWAN fehlt allerdings weiterhin bei Apple.

13-Zoll-Macbooks überspringen eine Core-Generation

Bislang hatte Apple es bei den 13-Zoll-Notebooks nicht geschafft, von den alten Core-2-Duo-Prozessoren wegzukommen. Mit der aktuellen Sandy-Bridge-CPU von Intel ist Apple anscheinend zufrieden genug, um die bisherige 2-Chip-Lösung mit Nvidia-Chipsatz abzulösen. Offenbar aus Platzgründen konnte Apple keinen Core-i-Prozessor mit Chipsatz und dediziertem Grafikchip verbauen.

Mit dem neuen Macbook Pro 13 ändert sich das nun. Apple setzt auch hier auf Sandy-Bridge-CPUs mit dem schnelleren Intel-HD-Grafikkern. Es bleibt also bei einer 2-Chip-Lösung. Interessant wird hierbei, wie sich Intels Grafikkern verglichen mit den Nvidia-Grafikkernen in alten Modellen des Macbook Pro 13 schlägt.

Das weiße Einsteiger-Macbook wurde nicht verändert.

Apple hat eine Übersicht der technischen Daten auf seiner Homepage platziert, über die auch die detaillierten technischen Daten verlinkt sind.

Preise und Verfügbarkeit

Für das Macbook Pro 13 werden rund 1.150 Euro fällig. Mindestens 1.750 Euro kostet das Macbook Pro 15 und das 17-Zoll-Modell kostet 2.500 Euro.

Die Macbooks können im Apple Store bereits bestellt werden.

Nachtrag vom 25. Februar 2011, 9:28 Uhr

Die Preise für die Built-To-Order-Optionen stehen mittlerweile fest, der Text wurde in Teilen angepasst. Wer statt 4 GByte lieber 8 GByte Arbeitsspeicher haben möchte, muss bei Apple happige 200 Euro Aufpreis zahlen. Mehr als das Doppelte verglichen mit selbst eingekauftem Arbeitsspeicher von Markenfirmen, der im Moment zwischen 80 und 90 Euro für zwei 4-GByte-SODIMMs im Kit liegt. Der Preis für eine SSD ist abhängig von der Grundkonfiguration. Während der Interessent eines Macbook Pro 13 für eine 128-GByte-SSD zwischen 200 und 250 Euro Aufpreis zahlen muss, sind es bei den größeren Modellen nur 100 Euro. Eine 512 GByte fassende SSD ist wie zu erwarten sehr teuer. Sie kostet zwischen 1.100 und 1.250 Euro.

Matte Displays sind beim Macbook Pro 17 mit 50 Euro vergleichsweise günstig. Hier ändert sich allerdings auch nichts bei der Bildschirmauflösung. Beim 15-Zoll-Modell sind es 150 Euro Aufpreis. Die Option für 13-Zoll-Modelle fehlt.

Die beiden Macbook-Pro-Modelle mit 2,2 GHz taktendem Core i7 (15 Zoll und 17 Zoll) lassen sich auch mit einem Core i7 mit 2,3 GHz ausstatten, der 8 statt 6 MByte für seine vier Kerne hat. Der Aufpreis liegt hier bei 250 Euro.  (ase)


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