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Besteuerung von Online-Geschäften behindert M-Commerce

M-Commerce-Start-ups gegen EU-Pläne

Die von der EU-Kommission geplanten einheitlichen Regeln für Online-Mehrwertsteuern behindern die Entwicklung von M-Commerce-Start-ups, das meint die Initiative Mobiles Netz (IMN). In Zukunft müssen E- und M-Commerce-Anbieter beim Verkauf von Videos, Software, Musik und anderen digitalen Inhalten per Download unterscheiden, ob eine Firma oder eine Privatperson bei ihnen eingekauft hat.

Die geplante Novellierung der sechsten Mehrwertsteuerrichtlinie besagt, dass Firmenkunden den Mehrwertsteuersatz ihres eigenen Landes zahlen und Privatkunden den Mehrwertsteuersatz aus dem Land des Verkäufers von digitalen Inhalten.

Die Initiative Mobiles Netz (IMN) wendet sich gegen diese Regelung, weil sie für die Anbieter von digitalen Inhalten einen erheblichen Mehraufwand bedeute. Matthias Kose, IMN-Präsident und Geschäftsführer der Firma bedhunter.com, dazu: "Wir sind gegen diese Regelung, weil es einen viel höheren Arbeitsaufwand bedeutet, wenn E- und M-Commerce-Unternehmen in Zukunft überprüfen müssen, ob es sich bei einem Kunden um einen Privatmann oder eine Firma handelt. Das größte Problem stellt für uns die mangelnde Rechtssicherheit dar. Denn dem Anbieter von Dateien aus dem Internet entsteht ein steuerliches Haftungsrisiko, weil der Lieferant den Steuerstatus seines Kunden selber identifizieren muss."

Die Initiative Mobiles Netz (IMN) ist ein Interessenverband deutscher Internet-Firmen aus dem Bereich Mobile Commerce. Sie vereint Unternehmen, die mobile Internetdienste beispielsweise über WAP-Handys anbieten. Gründungsmitglieder sind Tiss.com, Wapjag.com, Starwap.com sowie die Firma Bedhunter.com. Neu hinzugekommen ist die Firma Red Message.  (ji)


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