Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1102/81578.html    Veröffentlicht: 21.02.2011 17:04    Kurz-URL: https://glm.io/81578

Aerovironment

US-Unternehmen entwickelt Vogelroboter

Eine Drohne, die wie ein Vogel fliegt, hat das US-Technologieunternehmen Aerovironment entwickelt. Das unbemannte Fluggerät ist nur 16 cm groß und wiegt weniger als 20 g.

Wasp, Raven und Puma - Aerovironment ist auf unbemannte Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) in kleinem Maßstab spezialisiert. Auf einer wissenschaftlichen Konferenz hat das US-Technologieunternehmen eine nur wenige Zentimeter große Drohne vorgestellt.

Minidrohne

Schon der Name des UAV verdeutlicht die Dimension: Nano Hummingbird, auf Deutsch: Nano-Kolibri hat Aerovironment seine Entwicklung genannt. Die Ausmaße sind vergleichbar mit größeren Vertretern der natürlichen Vorbilder: Das UAV wiegt 19 Gramm, seine Spannweite beträgt 16 Zentimeter.

Nano Air Vehicle (NAV) heißt diese Klasse von Drohnen. In Auftrag gegeben wurde die Entwicklung von der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). Die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums will die Drohne zu Spionagezwecken einsetzen.

Ferngesteuerter Kolibri

Trotz des geringen Gewichts verfügt die Drohne über einen Antrieb, einen Energiespeicher, ein Kommunikationssystem sowie eine Videokamera. Der Roboterkolibri fliegt wie ein Vogel, indem er mit den Flügeln schlägt. Er kann vorwärts und rückwärts fliegen, senkrecht auf- oder absteigen, sich im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen oder seitwärts fliegen. Das macht er jedoch nicht autonom, sondern wird von einem Menschen anhand der Bilder der Videokamera ferngesteuert.

Ein wichtiges Merkmal eines Kolibris ist, dass er in der Luft stehen kann, beispielsweise wenn er Nektar aus einer Blüte trinkt. Etwas Ähnliches verlangt auch die Darpa: Das UAV muss sich eine Minute lang in einem gedachten Raum von 2 m Durchmesser halten. Außerdem muss es durch eine Tür in einem Gebäude hinein- und auch wieder herausfliegen können - damit dürfte sich der Nanokolibri durchaus für Spionageeinsätze eignen - allerdings nur für kurze: Die Flugzeit soll elf Minuten betragen.

Stabilität bei Seitenwind

Im Flug darf sich die Drohne auch vom Wind nicht ablenken lassen. Sie muss Seitenwind mit einer Geschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde aushalten, ohne mehr als einen Meter vom Kurs abzukommen. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei knapp 18 km/h liegen.

Aerovironment hat den Nanokolibri auf der Jahrestagung der wissenschaftlichen Gesellschaft der USA, der American Association for the Advancement of Science (AAAS), vorgestellt. Die Konferenz findet in der US-Hauptstadt Washington statt. Sie endet am heutigen 21. Februar.  (wp)


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