Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1102/81307.html    Veröffentlicht: 09.02.2011 21:26    Kurz-URL: https://glm.io/81307

WebOS-Tablet

HPs 10-Zoll-Touchpad als Begleiter für den Palm Pre (Update)

HP hat ein Tablet mit dem Namen Touchpad veröffentlicht, das Palms WebOS als Grundlage nutzt. Mit WebOS 3.0 steht ein Betriebssystem zur Verfügung, das auch Tablets berücksichtigt. Im Tablet selbst arbeitet ein Dual-Core-Prozessor.

Hewlett-Packards erstes WebOS-Tablet heißt Touchpad. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen Mausersatz für Notebooks, sondern um ein 10-Zoll-Tablet (1.024 x 768 Pixel) mit einem kapazitiven Touchscreen. Die Abmessungen ähneln denen des iPads von Apple. 19 x 24,2 x 1,37 cm gibt HP an. Die Unterschiede zum iPad liegen im Zehntelmillimeterbereich. Der Bildschirm soll eine gute Farbdarstellung bieten. Zudem ist ein Helligkeitssensor für automatische Anpassungen vorhanden und für Anwendungen unter WebOS ein Gyroskop, ein Beschleunigungssensor und ein Kompass. Für die Tonerzeugung sorgen Stereolautsprecher oder eine 3,5-mm-Klinkenbuchse.

Als WebOS-Gerät profitiert das Tablet direkt von Multitasking, das Besitzer eines WebOS-Smartphones mit der Darstellung von Programmkarten schon kennen. Der Dual-Core-Prozessor APQ8060 (Snapdragon) von Qualcomm dürfte dabei zusätzlich für Beschleunigung sorgen. Seine beiden Kerne sind jeweils mit 1,2 GHz getaktet. Die Hardware soll auch für OpenGL-basierte Spiele mit guter Grafikdarstellung schnell genug sein. Üppig ist das Touchpad in Sachen Arbeitsspeicher ausgestattet: 1 GByte steht dem Betriebssystem zur Verfügung und damit viermal so viel wie Apple dem iOS vom iPad gönnt. Allerdings könnte der Speicher auch notwendig sein, damit WebOS auf dem Touchpad ordentlich läuft. Auf dem Touchpad soll WebOS 3.0 zum Einsatz kommen.

Amazon macht mit

Für das Touchpad hat Palm diverse Anwendungen angepasst. So erscheinen Benachrichtigungen nun in einer Ecke des Bildschirms und die Fotoanwendung wurde überarbeitet. Auch eine Facebook-Anwendung wurde aufwendig für das Tablet angepasst. So kann sich der Anwender etwa Kommentare inmitten eines Fotos ansehen und beantworten. Zum Lesen von Zeitschriften, Magazinen und Büchern wurden auch Anwendungen entwickelt. Amazon will seine Kindle-Anwendung auch für das Touchpad anbieten.

Für Anwendungen, Videos und andere Daten gibt es entweder 16 oder 32 GByte internen Speicher. Eine Variante mit 64 GByte ist derzeit nicht geplant. Modellvielfalt gibt es auch bei der Funkanbindung. Neben 3G-Touchpads mit A-GPS-Unterstützung wird es auch Modelle geben, die nur Bluetooth 2.1+EDR und WLAN für Verbindungen anbieten. Das Touchpad unterstützt WLAN entsprechend dem Standard 802.11b/g/n. Das Apple iPad und Samsungs Galaxy Tab unterstützen hier zusätzlich noch die Kombination 802.11a/n.

Ergänzung zum Palm Pre

Als Begleiter für die WebOS-Smartphones kann der Anwender einige Aufgaben des Smartphones alternativ mit dem Tablet erledigen, da die beiden Geräte miteinander kommunizieren. Kurznachrichten per SMS und sogar Anrufe sollen mit dem Touchpad beantwortet beziehungsweise angenommen werden können. URLs sollen sich sehr bequem austauschen lassen. Dank der Kamera ist auch Videotelefonie möglich. Zudem können Anwender auch auf eine Microsoft-Exchange-Unterstützung setzen und andere internetbasierte Aufgaben erledigen. Eine Unterstützung des Flash-Plugins erlaubt es Touchpad-Nutzern, auf flashbasierte Inhalte zuzugreifen.

Für Schreibarbeiten wird es eine angepasste Version von Quickoffice geben. Für das Schreiben kann neben der virtuellen Tastatur, die der Nutzer in der Größe anpassen kann, auch eine optional verfügbare, drahtlos arbeitende Tastatur benutzt werden. Wer will, der kann mit dem Touchpad auch drucken. Laut HP ist dafür ein netzwerkfähiger Drucker des Herstellers notwendig, der höchstens fünf Jahre alt ist.

HP will WebOS auch auf andere Geräte bringen, was neben Druckern explizit auch PCs mit einschließt. Details dazu will HP im Laufe des Jahres verraten. Interessant wird die Ankündigung vor dem Hintergrund, dass HP derzeit weltweit die meisten PCs verkauft.

Neues Touchstone-Dock zum Laden

Der Akku des Touchpads kann über die Touchstone-Technik aufgeladen werden. Das Anstöpseln eines Ladekabels wird dann überflüssig. Allerdings wird das Ladegerät wohl nur als separates Zubehör angeboten. Das Dock ermöglicht es auch, das Touchpad hochkant oder im Querformat zu positionieren. Mit den bisherigen Touchstone-Ladestationen hat es äußerlich nichts gemeinsam. Ohne Touchstone-Ladegerät wird das Tablet per Micro-USB aufgeladen.

Zur Akkulaufzeit des 740 Gramm wiegenden Touchpads macht HP keine Angaben. Es wird nur angegeben, dass der Akku 6.300 mAh hat. Eine Angabe in Wattstunden fehlt.

Welche Modelle des Touchpads in Deutschland erscheinen werden, ist noch nicht bekannt. Auch eine Preisangabe fehlt. Im Sommer 2011 will HP das Tablet anbieten. Weitere Informationen können unter palm.com/TouchPad abgerufen werden.

Nachtrag vom 10. Februar 2011, 11:12 Uhr

Das Touchpad wird als erstes WebOS-Gerät keinen Gestenbereich haben. Bisherige WebOS-Anwendungen würden daher in einem speziellen Fenster ausgeführt, in dem Vor- und Zurück-Knöpfe für die Bedienung zu finden seien, erklärte Ben Combee von HP.  (ase)


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