Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1102/81243.html    Veröffentlicht: 07.02.2011 18:07    Kurz-URL: https://glm.io/81243

Journey

Die Ballerina und der Berg

Fast schwerelos springt die Hauptfigur von Journey durch eine fantastische Landschaft, elegant surft sie auf Sand und strebt dabei einem gewaltigen Ziel entgegen. Der inoffizielle Nachfolger von Flowers ist derzeit eines der aus künstlerischer Sicht ambitioniertesten Projekte für die Playstation 3.

Für einige Spielentwickler gehört es zum Job, mit Astronauten über den lieben Gott zu plaudern. Jedenfalls erzählt Jenova Chen - einer der Gründer des kalifornischen Unternehmens That Game Company - bei der Präsentation seines kommenden Werkes Journey von seinem Gespräch mit einem Weltraumfahrer der Nasa. Der sagte ihm, dass viele seiner Kollegen als Agnostiker auf dem Mond gelandet und als gläubige Menschen zurückgekehrt seien. Es herrsche eine ganz besondere spirituelle Stimmung auf dem Trabanten. Mit Journey will Chen versuchen, eine derartige Atmosphäre so weit wie möglich nachzubilden.

Die Hauptfigur des Spiels wirkt wie eine zerbrechliche Balletttänzerin: Sie läuft auf spitz zulaufenden Beinen durch ihre Welt, trägt dabei eine weiten Umhang, spricht nicht und hat keinen Namen. Ihr einziges Ziel ist es, zu einem gewaltigen Berg am Horizont zu gelangen - einfach so, ohne einen tieferen Sinn. "Das Gefühl, etwas nicht zu wissen, ist sehr mächtig", erklärt Chan die mysteriöse Stimmung.

Spaß machen soll Journey zum einen durch die vielen eleganten Bewegungen, die Spieler mit ihrem Alter Ego machen können. Die namenlose Heldin kann unter anderem schick animiert durch den Sand surfen und elegant in die Luft und auf Gebäude, Bäume oder was auch immer springen. Zum anderen löst sie Rätsel - nicht, indem sie die sonst aus Adventures bekannten Hinweise logisch durchdenkt. Sondern, indem der Spieler das gefühlt Naheliegende macht und beispielsweise eine lange, wehende Fahne entlangstreift. Was sich naheliegend anfühlt, finden die Entwickler in langen Probesessions mit Spielern heraus.

Die Grafik von Journey ist fast das Gegenteil des bunten Vorgängers Flowers: Spieler sind in traumhaften weißen Wüsten unterwegs, sausen über sandfarbene Dünen, erkunden dunkel- und hellblaue Ruinen. Ab und zu treffen sie auf göttergleiche Figuren, die in bewusst abstrakt gehaltenen Animationssequenzen - ohne Sprache - eine Art Handlung erzählen.

Mysteriös geht es auch im Multiplayermodus zu: Es ist möglich, sich per Playstation Network (PSN) gemeinsam mit menschlichen Mitstreitern auf die Reise zu machen, Rätsel zu lösen und dabei sogar zusammen zu tanzen. Es soll aber keine Möglichkeit geben, etwa den Namen oder Nick seines Koop-Partners zu erfahren oder mit ihm per Chat zu plaudern. Nach aktuellem Stand soll Journey irgendwann 2011 als kostenpflichtiger PSN-Download erscheinen.  (ps)


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