Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1102/81165.html    Veröffentlicht: 03.02.2011 09:29    Kurz-URL: https://glm.io/81165

Microsoft

"Google begeht Klickbetrug"

Microsoft weist Googles Vorwürfe hinsichtlich kopierter Suchergebnisse zurück und geht zum Gegenangriff über. Google begehe Klickbetrug und gucke sich neue Funktionen bei Bing ab.

Der Ton zwischen Microsoft und Google wird schärfer. Googles Vorwurf, Microsofts Bing nutze Googles Suchmaschine, um die eigenen Suchergebnisse zu verbessern, weist der für Microsofts Onlinesparte verantwortliche Yusuf Mehdi mit deutlichen Worten zurück: "Wir kopieren keine Suchergebnisse von unseren Wettbewerbern. Punkt."

Microsoft beschäftige einige der hellsten Köpfe der Welt, die sich mit Fragen von Suchqualität und Relevanz beschäftigten, und es sei eine Beleidigung, diesen Leuten zu unterstellen, sie würden Suchergebnisse kopieren, schreibt Mehdi in einem Blogeintrag.

Er räumt ein, dass Bing anonymisiertes Surfverhalten von Nutzern als einen von 1.000 Faktoren in seinen Ranking-Algorithmen berücksichtigt und so aus dem Verhalten seiner Nutzer lernt, um die eigene Suche zu verbessern. Das habe Microsoft aber bereits 2009 dargelegt, schreibt Mehdi, es sei zudem gängige Praxis.

Damit aber nicht genug, denn Mehdi geht direkt zum Gegenangriff über: Google habe einen Honeypot-Angriff durchgeführt, um Bing auszutricksen und so Bings Suchergebnisse mit Hilfe von Klickbetrug zu manipulieren. Das Vorgehen entspreche dem von Spammern, die versuchen, Nutzer auszutricksen. Bewiesen habe Google damit nur, was schon jeder in der Industrie wisse.

In Wirklichkeit sei Googles Vorgehen nur ein Zeichen dafür, dass Google ob der Qualität von Bing nervös werde. Mehdi stellt infrage, dass der Zeitpunkt für Googles Experiment reiner Zufall war und verweist darauf, dass Microsoft Bings Suchqualität im Oktober 2010 deutlich verbessert habe.

Darüber hinaus wirft Mehdi Google vor, seinerseits bei Bing zu kopieren. Bing habe mit seinem Start vor zwei Jahren die Suchindustrie in eine neue Richtung gesteuert und Neuerungen auf den Markt gebracht, von denen Google einige mehr oder weniger gut kopiert habe. Mehdi nennt konkret das täglich wechselnde Hintergrundbild der Bing-Startseite, unendliches Scrollen bei der Bildsuche, einen neuen visuellen Ansatz zur Suche, die Einbindung von Reise- und Shoppingangeboten sowie Partnerschaften mit Facebook und Twitter.  (ji)


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