Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/81021.html    Veröffentlicht: 27.01.2011 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/81021

Hudson-Entwickler

Oracle will Open-Source-Projekt kontrollieren

Der Hauptentwickler des Hudson-Projekts sieht seine Befürchtungen bestätigt, dass Oracle an dem Open-Source-Projekt festhalten wird. Der Grund: Oracle hat auf die Namensrechte bestanden und einen stabilen Anwendungskern gefordert.

Hudson-Gründer und Hauptentwickler Kohsuke Kawaguchi ist weiter davon überzeugt, dass Oracle seine Kontrolle über das Open-Source-Projekt ausweiten will. Inzwischen verlagerte sich die Diskussion zwischen der Hudson-Community und Oracle weg von den Namensrechten und hin zur Betreuung der Kernkomponente.

Oracle-Vize Ted Farrell, der auch für die Bereiche Tools und Middleware verantwortlich ist, machte in seinem Blog Oracles Standpunkt im Streit mit der Hudson-Community deutlich: Der Konzern wolle nicht nur an den Namensrechten festhalten, sondern auch dafür sorgen, dass der Anwendungskern stabil und kompatibel zu den zahlreichen Plugins bleibe.

Zwar könne jeder, der die Kernbibliothek hudson-ci.war mit eigenen Plugins ausliefere, den Namen Hudson verwenden. Oracle werde aber darauf achten, dass hudson-ci.war konsistent und damit die Kompatibilität zu den Plugins gewährleistet bleibe. Sonst solle sich an der Handhabung des Projekts nichts ändern, schrieb Farrell. Oracle werde keine kostenpflichtige Version anbieten und weiterhin nur für den Support einen Obolus verlangen. Außerdem stehe es jedem frei, mit dem Quellcode ein eigenes Projekt zu gründen - aber nicht mit dem Namen Hudson.

Kawaguchi sieht in den Äußerungen Farrells eine Bestätigung dafür, dass Oracle wie bereits früher bei ähnlichen Projekten seinen Einfluss über das Projekt ausweiten will, etwa über die Verwaltung des Quellcodes und des Fehlermanagements. Er führte an, dass Oracle im vergangenen Jahr weniger als ein Prozent Änderungen am Quelltext beigetragen habe.

Der bislang unter dem Namen Hudson geführte Quellcode der Software zur Anwendungsentwicklung soll von der Community unter dem Namen Jenkins weitergeführt werden. Eine Domain wurde bereits unter dem neuen Namen registriert. Kawaguchi will sich die Marke zunächst sichern und später an die Software Freedom Conservacy übertragen. Für die Übergangszeit soll ein Gremium eingerichtet werden, später sollen Wahlen für eine neue Leitung stattfinden.  (jt)


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