Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/81012.html    Veröffentlicht: 27.01.2011 08:27    Kurz-URL: https://glm.io/81012

PSP 2

Sony stellt Next-Gen-Handheld NGP vor (Update)

Berührungssteuerung von zwei Seiten und ein OLED-Display: Auf einer Pressekonferenz in Tokio hat Sony das "Next Generation Portable" vorgestellt, den Nachfolger der Playstation Portable. Es bringt unter anderem eine Quad-Core-CPU mit. Auch Unterstützung für Smartphones wird kommen.

Der Chef der Playstation-Sparte, Kaz Hirai, hat in Tokio den Nachfolger der Playstation Portable vorgestellt. Das Gerät mit der Bezeichnung Next Generation Portable (NGP) verfügt über ein 5 Zoll großes Touchpad - ähnlich wie viele Laptops es haben - auf der Rückseite und auf der Vorderseite über einen Touchscreen. Damit kann der Spieler beispielsweise die Hauptfigur in einem Spiel direkt von der Vorderseite oder der Rückseite steuern oder ihn mit zwei Fingern "in die Zange nehmen" - es dürfte spannend sein, was Spielentwicklern dazu alles einfällt.

Auf den ersten Blick sieht das NGP aus wie sein Vorgänger, die Playstation Portable. Das neue Gerät verfügt zur Steuerung neben den Touch-Eingabemöglichkeiten über die bekannten Playstation-Tasten rechts, vier Richtungstasten links, zwei Schultertasten und links und rechts über je einen Analogstick. Der Bildschirm basiert auf OLED-Technologie und hat eine Auflösung von 960 x 544 Bildpunkten. Auf der Vorder- und der Rückseite befindet sich außerdem je eine Kamera.

Wie bereits im Vorfeld gemeldet, ermöglicht das NGP den Onlinezugang sowohl per WLAN als auch über 3G. Sony hat eine neue Nutzeroberfläche namens Live Area vorgestellt, die unter anderem der Vernetzung der Spieler dient. Wer beispielsweise in einem Zug sitzt, soll per GPS mit einer Funktion namens "Near" herausfinden können, welche anderen NGP-Spieler ebenfalls vor Ort sind oder welche Spiele in einer Universität besonders beliebt sind - ein Klick ruft das Programm dann im Playstation Store auf.

An Spielen wird es unter anderem Titel auf Basis von Serien wie Uncharted, Killzone, Wipeout, Yakuza und Little Big Planet geben. Außerdem soll es möglich sein, Programme für die erste PSP auf das neue Gerät zu laden.

Mobiler Quad-Core und neues Speichermedium

Über das Playstation Phone hat Sony-Chef Kaz Hirai nicht direkt gesprochen, aber ein neues Angebot namens Playstation Suite angekündigt, das Playstation-Spiele - vermutlich angepasste Klassiker der ersten und womöglich zweiten Konsolengeneration und Neuentwicklungen - auf Android-Smartphones ermöglicht. Details dazu gibt es wohl erst auf dem Mobile World Congress Mitte Februar in Barcelona. Die US-Seite Engadget hat bereits einen Prototyp eines von Sony stammenden Playstation Phone zugespielt bekommen und ihn ausführlich unter die Lupe genommen.

Nachtrag vom 27. Januar 2011, 10:15 Uhr

Sony hat inzwischen die technischen Daten des NGP bekanntgegeben. Die größte Überraschung: Das System setzt auf ein "new game medium" als Distributionsweg für Spiele. Die PSP Go kam noch mit herkömmlichen Memory Sticks aus. Wie das neue Medium aussieht, hat Sony noch nicht verraten, es handelt sich nach Angaben des Playstation-Herstellers um eine "kleine, Flash-basierte Speicherkarte". Ob es endlich einen Weg gibt, Spiele von den UMD-Datenträgern der ersten Playstation zu konvertieren, lässt Sony weiter offen.

Als Prozessor dient der NGP ein SoC mit ARMs Cortex-A9 - und zwar mit ganzen vier Kernen. Wenn Nvidias für den Herbst erwarteter Tegra 3 nicht eher kommt, könnte Sony in der NGP den ersten Quad-Core in Handheld-Geräten anbieten. Angaben zu Taktfrequenzen und Speicherausstattung machte Sony noch nicht.

Als Grafikkern dient ein SGX543MP von Imagination mit PowerVR-Architektur. Sony spricht bei der neuen GPU von einem "SGX543MP4+", was Fragen aufwirft. Imagination gibt durch die letzte Ziffer der Modellnummer nämlich die Zahl der Rechenwerke an, eine 4 steht in der Regel für vier Einheiten. Es ist nicht bekannt, ob Sony eine weiterentwickelte Plus-Version der GPU meint oder darauf hinweisen will, dass mehr als vier Rechenwerke vorhanden sind.

Die Funkmodule des NGP beherrschen WLAN nach 802.11 b/g/n, Sony weist aber darauf hin, dass nur eine Antenne vorhanden ist. Auch in 300- oder 450-MBit-WLANs kommt das NGP also vermutlich nur auf maximal 150 Megabit pro Sekunde Bruttotransferrate. Ohne vorspringende Teile ist die NGP 182 x 18,6 x 83,5 Millimeter groß. Sie ist damit deutlich größer als die letzte PSP mit seitlich angeordneten Tasten - das Modell 3000 - es mit ihren 169 x 19 x 71 Millimetern war. Mit 128 x 69 x 16,5 Millimetern bleibt die PSP Go Sonys kompaktestes Handheld. Zu Gewicht und Akkulaufzeit sagte Sony noch nichts. [von Nico Ernst und Peter Steinlechner]  (ps)


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