Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80982.html    Veröffentlicht: 25.01.2011 23:23    Kurz-URL: https://glm.io/80982

Umsatzrückgang

Yahoo plant weiteren Stellenabbau

Yahoos Umsatz ist im letzten Quartal zurückgegangen. Der Ausblick für das neue Quartal liegt unter den Analystenprognosen. Und während Google 6.000 Neueinstellungen vornimmt, kündigt Yahoo erneut Entlassungen an.

Yahoo hat im vierten Quartal 2010 einen Gewinn von 312 Millionen US-Dollar (24 Cent pro Aktie) erzielt, nach 153 Millionen US-Dollar (11 Cent pro Aktie) im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz ist um zwölf Prozent von zuvor 1,73 Milliarden US-Dollar auf 1,53 Milliarden US-Dollar gesunken. Die Analysten hatten nur einen Gewinn von 22 Cent pro Aktie erwartet.

Der Umsatz abzüglich Trafficzukauf von anderen großen Internetkonzernen lag bei 1,2 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum wurden noch 1,26 Milliarden US-Dollar erzielt. Die Analysten hatten nur einen Nettoumsatz von 1,19 Milliarden US-Dollar erwartet.

Gleichzeitig gab Yahoo bekannt, weitere Stellen streichen zu wollen. Konzernchefin Carol Bartz will 100 bis 150 Arbeitsplätze abbauen. Erst kurz vor Weihnachten 2010 erhielten circa 600 Beschäftigte die Kündigung. Damit wären fünf Prozent der Yahoo-Belegschaft von dem Abbau betroffen. Nach dem neuen Abbauplan muss ein Prozent der 13.500 Mitarbeiter gehen. Yahoo hatte zuletzt im Jahr 2009 700 Arbeitsplätze abgebaut. Im Dezember 2008 wurden 1.400 Mitarbeiter entlassen. Ende Oktober 2010 hatte Yahoo 14.100 Beschäftigte. Kritiker werfen Bartz vor, dass sie außer Stellenabbau und der Suchmaschinenpartnerschaft mit Microsoft kein Konzept zur Überwindung des Umsatzrückgangs bei dem Internetunternehmen habe, während Google und Facebook stark vom wachsenden Geschäft mit Onlinewerbung profitierten. Google hatte zugleich 6.000 Neueinstellungen im laufenden Jahr angekündigt.

Bartz führte dagegen an, dass die Bannerwerbung bei Yahoo im Jahr 2010 um 17 Prozent zugelegt habe. Der Umbau der Suchmaschine in Nordamerika auf Microsoft-Technologie sei zeitgerecht und mit hoher Qualität erfolgt. "Wir führten neue und aktualisierte Produkte in einem schnelleren Tempo ein. Und unsere Contentwerte wie Yahoo Sport und Yahoo Finance brachten weitere Innovationen und bauten ihre Führungsposition stark aus", sagte Bartz.

Im laufenden ersten Quartal soll der Umsatz bei 1,02 Milliarden US-Dollar bis 1,08 Milliarden US-Dollar liegen. Die Analysten hatten mit 1,13 Milliarden US-Dollar mehr erwartet.  (asa)


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