Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80864.html    Veröffentlicht: 20.01.2011 17:00    Kurz-URL: https://glm.io/80864

Computerspielemuseum

Mario und Monkey Island im Museum

670 Quadratmeter voller Meilensteine der Computerhardware, mit Spielehelden aus aller Welt und Kunst aus Bits und Bytes: Das Computerspielemuseum hat in Berlin eröffnet. Golem.de hat sich im Digital- und Daddelparadies umgesehen.

"Ein Ort, an den Enthusiasten ebenso wie Skeptiker gehen können, um das Medium zu verstehen": Das ist nach Auffassung von Geschäftsführer Karl Spieler das Computerspielemuseum, das am 21. Januar 2011 die Eröffnung seiner Dauerausstellung feiert. Zuvor musste es rund 13 Jahre ohne feste Adresse auskommen. Insbesondere, wer beim Anblick klassischer Hardware ins Schwärmen gerät, kommt in dem Museum auf seine Kosten: Dort sind Meilensteine wie die erste Spielkonsole Brown Box von Magnavox zu sehen, aber auch der Atari 2600 und die erste Voodoo-3D-Karte von 3Dfx.

Das hat nicht nur nostalgischen Charme, sondern zeigt auch, wie sehr die Branche mitunter ihrer Zeit voraus war - und manchmal, ohne dafür die verdiente Aufmerksamkeit aus der etablierten Kultur zu bekommen. Das Gamepad des ausgestellten Nintendo Entertainment Systems etwa ist mit seinen klaren Linien eigentlich ein Designklassiker.

Ein weiterer großer Teil des Berliner Museums ist Spieleklassikern gewidmet. Mario und Donkey Kong gehören ebenso dazu wie die Adventures der Monkey-Island-Serie und Tetris - und auch einen Ausblick auf stereoskopisches 3D gibt es. "In der neuen Dauerausstellung können sich die Besucherinnen und Besucher in die Anfänge des Massenmediums zurückversetzen", erklärt Museumsdirektor Andreas Lange. "Mediale Inszenierungen und interaktive Exponate laden dazu ein, die historische und zukünftige Entwicklung zu erkunden." Mit vielen Exponaten können die Besucher interagieren - per Joystick, aber auch eine Tanzmatte liegt aus.

Dass sich auch Künstler immer wieder intensiv mit der Welt der Spiele auseinandergesetzt haben, ist in dem Museum ebenfalls gut zu sehen. Ein makaberes Highlight ist die Painstation aus dem Jahr 2001: ein Spielautomat, der den Verlierer mit Elektroschocks oder Peitschenschlägen auf die Hand bestraft. Das Museum versteht sich aber auch als Archiv, etwa für Wissenschaftler. Rund 16.000 Computerspiele befinden sich dort, dazu fast alle Hardwaresysteme, die jemals in Europa vertrieben wurden.

Das Computerspielemuseum befindet sich in der Karl-Marx-Allee 93a in 10243 Berlin, die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Montag von 10 bis 20 Uhr, Dienstag ist die Ausstellung geschlossen. Erwachsene zahlen 8 Euro Eintritt, ermäßigt 5 Euro. Eine Familienkarte ist für 15 Euro zu haben, Gruppen ab zehn Personen kommen für 2 Euro je Person in das Museum, und mittwochs ist Pay-what-you-want-Tag. Auf Wunsch gibt es Führungen.  (ps)


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