Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80863.html    Veröffentlicht: 20.01.2011 15:36    Kurz-URL: https://glm.io/80863

Freie Codecs

FSF lobt Googles Unterstützung für WebM

Die Free Software Foundation (FSF) ist erfreut, dass Google sich für den Einsatz des offenen Webvideostandards WebM stark machen und auf den von Patenten behafteten H.264-Codec verzichten will - und will es Google nachmachen.

Die Free Software Foundation will künftig selbst das WebM-Projekt unterstützen und Webangeboten raten, auf die freien Formate WebM und Ogg Theora umzusteigen. Man wolle eine breite Koalition bilden, die WebM unterstützen solle, und es zu dem Videostandard für HTML5 machen, sagte Brett Smith von der FSF. WebM mit seiner entwicklerfreundlichen Patentlizenz sei einen gute Wahl, um sicherzustellen, dass die Welt weiterhin frei kommunizieren könne.

Die Stiftung lobte Googles Absichten, in Zukunft auf den Einsatz des H.264-Codecs zu verzichten und stattdessen auf den freien Videostandard wie Ogg Theora oder das eigene WebM zu setzen. Perter Brown sagte dazu: "Wir applaudieren nicht nur Googles Absichten, WebM als freie Software zur Verfügung zu stellen, sondern auch klarzustellen, warum die Firma auf den Einsatz von H.264 verzichten will."

Vor wenigen Tagen hatte Google bekanntgegeben, künftig im Browser Chrome auf H.264 zu verzichten und so die Verbreitung des eigenen WebM-Standards voranzubringen. H.264 wird in den kommenden Monaten aus dem Chrome-Browser entfernt. Lediglich Apple und Microsoft setzen dann noch auf H.264 für HTML5-Webvideo im Browser. Der Codec ist auch im Flash-Player vorhanden, so dass Chrome-Anwender auch später nicht auf mit H.264 codierte Videos verzichten müssen.

Google argumentiert, WebM habe sich seit der Veröffentlichung im Mai 2010 gut entwickelt. Das Open-Source-Modell habe dazu geführt, dass die Leistung der Decoder und Encoder deutlich verbessert wurde, FFMpeg habe eine zweite freie Implementierung des Codecs geschaffen und es gebe eine breite Unterstützung bei Browsern, Werkzeugen und Hardwareherstellern. Google geht davon aus, dass es hier eine weitere dynamische Entwicklung geben wird.  (jt)


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