Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80766.html    Veröffentlicht: 17.01.2011 18:04    Kurz-URL: https://glm.io/80766

Linux-Desktops

Unity auf Qt portiert

Entwickler haben Canonicals Unity-Desktop auf das UI-Framework Qt portiert. Während das Original 3D-Grafikchips und entsprechende Treiber benötigt, läuft Unity-2D auch auf Hardware, die lediglich 2D-Funktionalität hat.

Das Projekt Unity-2D hat den Netbook-Desktop auf das Qt-Framework portiert, das auch als Basis für den KDE-Desktop dient. Der Grund: Mit Qt können auch 3D-Effekte wie Transparenz und fließende Übergänge ohne 3D-fähige Hardware umgesetzt werden. Der Unity-Desktop setzt im Original auf die Gnome-Bibliotheken Clutter und Mutter auf, die 3D-fähige Hardware und Treiber benötigen.

Unity-Qt ist in einer Entwicklerversion erhältlich und zeigt bereits eine fast fertige Version des Netbook-Desktops. Die Entwickler des Unity-2D-Teams haben bereits die Benachrichtigungsfelder portiert. Zudem haben sie eine funktionsfähige Variante des Anwendungsstarters und Dateimanagers Dash implementiert, die in der Gnome-Version bislang fehlte.

Unity-2D funktioniert selbst in der virtuellen Maschine Virtualbox. Unity-3D hingegen installiert sich gegenwärtig automatisch nur auf Hardware mit Intel-Grafikchips. Alternativ müssen Anwender zunächst mit dem Gnome-Desktop vorliebnehmen oder 3D-Treiber nachrüsten und den Desktop danach selbst installieren und aktivieren.

Das Layout von Unity-Qt weicht ein wenig von der Clutter-Variante ab: Das Suchfeld ist in Unity-2D in Dash verlegt worden, die Icons sehen anders aus. Im Großen und Ganzen orientiert sich Unity-2D aber an dem Layout des Vorbilds, denn das Menü geöffneter Anwendungen erschient in dem Apple-artigen Dock an der Oberseite des Desktops.

Speicherverbrauch und CPU-Last des Desktops halten sich in der Vorabversion bereits in Grenzen; sie liegen meist unter denen anderer Anwendungen. Auch in der virtuellen Maschine lief der Desktop erstaunlich gut, abgesehen von einigen Darstellungsfehlern und überflüssigen Titelleisten in einigen Anwendungen.

Die Vorabversion lässt sich über die PPA-Repositories des Projekts installieren und läuft unter Ubuntu 10.10. Unity-2D soll standardmäßig mit Ubuntu 11.04 ausgeliefert werden, dessen Erscheinungstermin für April 2011 geplant ist.  (jt)


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