Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80749.html    Veröffentlicht: 17.01.2011 09:57    Kurz-URL: https://glm.io/80749

Trackerbetreiber

GVU warnt vor gefälschten Anzeigen

Die GVU warnt vor gefälschten Schreiben, die in ihrem Namen versendet werden. So wurde einem Bochumer im Namen der GVU mit einer Anzeige gedroht, da er angeblich einen Bittorrent-Tracker betrieb.

"Beihilfe sowie Anstiftung zur unerlaubten Verwertung in gewerblichem Ausmaß" lautet die Betreffzeile eines Schreibens, das ein Bochumer am 30. Dezember 2010 erhalten hat. Ihm wurde im Namen der GVU vorgeworfen, mit dem Betrieb des Bittorrent-Trackers Torrent Heaven "Verstöße Dritter gegen das Urheberrecht befördert zu haben". Er wurde aufgefordert, den Tracker umgehend, bis spätestens zum 10. Januar 2011, zu schließen, anderenfalls werde Anzeige gegen ihn erstattet.

Das Schreiben war allerdings gefälscht, obwohl es den Briefkopf der GVU trug und auch der vermeintliche Autor in der Organisation existierte.

Der Schwindel flog auf, als der Angeschriebene die GVU vor wenigen Tagen um Aufklärung bat. Laut GVU war das Schreiben aus Teilen von anderen Schreiben zusammenkopiert. Neben Auszügen aus Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen enthält der Brief auch nahezu wortgetreu die beiden letzten Absätze aus einem juristischen Aufsatz im Magazin "Multimedia und Recht" zum Urteil gegen die Betreiber von The Pirate Bay.

Die GVU verweist auf eine steigende Zahl solcher Schreiben und sieht die eigene Arbeit dadurch bestätigt: "Wir interpretieren dies als Indiz für den Erfolg und den Einfluss unserer Tätigkeit, weisen aber nochmals darauf hin, dass unsere Aufgabe darin besteht, die Strafverfolgungs- und Zollbehörden bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen zu unterstützen", kommentiert Jan Scharringhausen, Leiter des GVU-Rechts- und Ermittlungsteams. Die GVU betont, dass sie keine solchen direkten Anschreiben an Privatpersonen oder Unternehmen versendet. Der in dem Schreiben angesprochene Tracker ist seit Ende 2010 offline.  (ji)


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