Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80656.html    Veröffentlicht: 11.01.2011 18:18    Kurz-URL: https://glm.io/80656

Cybersecurity

USA planen Internetausweis

Die USA wollen offenbar eine Art digitalen Ausweis, beziehungsweise eine Signaturkarte für das Internet einführen. Das Konzept soll das US-Wirtschaftsministerium erarbeiten, die Umsetzung dagegen sollen private Unternehmen übernehmen.

Wie auf der Webseite Cnet berichtet wird, wollen die USA eine Internet-ID für ihre Bürger einführen oder zumindest eine einheitliche Infrastruktur dafür schaffen. Das Projekt soll vom Wirtschaftsministerium vorangetrieben werden, das damit die National Security Agency (NSA) und das Department of Homeland Security verdrängt, die als potenzielle Mitbewerber galten. Den Auftrag erteilte das Weiße Haus.

Ziel sei es, ein "Ökosystem für die Identitätsverwaltung" zu entwickeln, sagte der Cybersecurity-Koordinator im Weißen Haus, Howard Schmidt. Unter dem Namen "National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace" (Nationale Strategie für vertrauensvolle Identitäten im Cyberspace) solle ein Projekt entstehen, das "keine Identitätskarte sein soll und auch keiner Regierungskontrolle unterliegen wird. Wir wollen lediglich die Sicherheit und die Privatsphäre im Netz verstärken", sagte Schmidt. Zudem sollte sich der Anwender weniger Passwörter merken müssen, wenn er seine digitale Identität verwende.

Private Unternehmen sollen Daten verwalten

Schmidt versichert gleichzeitig, dass die Anonymität und Pseudonymität im Internet durch das Projekt unangetastet bleibe. "Niemand muss eine Internet-ID besitzen." Auch eine zentrale Datenbank für die Speicherung von Daten werde es laut Schmidt nicht geben. Private Unternehmen sollen die Vergabe der Ausweise sowie die Verwaltung der Daten übernehmen.

Eine National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace (NSTIC) wurde bereits im Juni letzten Jahres zur Diskussion gestellt. Das Department of Homeland Security, eine Behörde, die von dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zur Koordinierung von Geheimdienstinformationen geschaffen wurde, hatte auf seiner Webseite die Öffentlichkeit aufgerufen, Vorschläge zur Schaffung einer Internet-ID zu machen. Die Regierung publizierte wenig später einen ersten Entwurf.

Schmidt sprach über die NSTIC auf einer Veranstaltung des Stanford Institute for Economic Policy Research. Weitere Details, die über die Informationen in der ersten Veröffentlichung im Sommer 2010 hinausgehen, nannte er dabei nicht. Auch keine Details darüber, wie sich der Regierungsentwurf von gängigen Lösungen wie OpenID unterscheiden soll.  (jt)


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