Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80597.html    Veröffentlicht: 09.01.2011 05:31    Kurz-URL: https://glm.io/80597

Tegra 2

Audi zeigt aufrüstbaren Auto-PC für A3 mit 3D-Navigation

Nvidias SoC ist auch in einer robusten Automotive-Version bereits fertig. Audi hat um den Chip ein Infotainmentsystem gebaut, das in den nächsten A3 eingebaut werden soll. Anders als viele andere Car-PCs ist das System über MXM aufrüstbar.

Audi ist ein enger Partner von Nvidia. Der Chiphersteller beschäftigt zudem inzwischen viele Ingenieure, die früher in der Autobranche aktiv waren. Das Ziel: Auto-PCs mit Nvidia-Hardware. Einen solchen PC hat Audi auf der CES gezeigt. Diese Infotainmentsysteme vereinen Bordcomputer, Autoradio, DVD-Player und Navigationssystem.

Alle diese Einheiten können nun mit einheitlichen Oberflächen und dreidimensionalen Benutzerschnittstellen verschönert und verbessert werden. Aber nicht nur: Einfache Bedienbarkeit, bei der sich die Anzeige an die aktuellen Gegebenheiten des Autos anpasst, ist auch ein Sicherheitsmerkmal.

Audi hat sich dafür eine Art Karussell von verschiedenen Desktops ausgedacht, bei dem die verschiedenen Funktionen getrennt gesteuert werden. Da sich, beispielsweise bei BMW, multifunktionale Drehknöpfe als Bedienelement allmählich durchsetzen, lässt sich so schnell etwa zwischen Radio und Navigationssystem wechseln.

Das Navi soll bei Audi zudem Google-Earth-ähnliche Darstellungen bieten, was das Unternehmen auf der CES auch schon zeigen konnte. Die Karten kommen dabei von einem UMTS-Modul, sind also stets aktuell. Die gezeigten Funktionen liefen auf dem Prototypensystem sehr flüssig, der Wechsel zwischen den Anwendungen wirkte sogar schneller als bei 1-GHz-Smartphones.

Das soll vor allem dem Tegra-2-SoC geschuldet sein. Audi sprach zwar von acht Prozessoren in diesem Chip, gemeint waren aber offenbar eher die acht Rechenwerke der GPU. Der CPU-Teil des Tegra 2 besteht laut Nvidia aus zwei Cores. Auf seinem MXM-Board, einem Standardformfaktor, bringt Audi außerdem noch 1 GByte RAM unter. Das ist für ein mobiles System mit ARM-CPU recht viel.

Dem Autohersteller zufolge sollen sich diese MXM-Boards auch austauschen lassen, rund alle 18 Monate oder zwei Jahre soll eine neue Version mit dem dann aktuellen Tegra-Chip erscheinen. Ob die Boards aber auch vom Autobesitzer ausgetauscht oder überhaupt aufgerüstet werden können, gab Audi noch nicht an. In der Regel gibt es neue Funktionen der fest eingebauten Infotainmentsysteme nur mit einem Komplettumbau - oder gleich mit einem Neuwagen. [von Michael Wieczorek und Nico Ernst]  (nie)


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