Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80589.html    Veröffentlicht: 08.01.2011 10:17    Kurz-URL: https://glm.io/80589

Urdrive 2.0

Kingstons USB-Sticks mit Anti-Keylogger-Software

Kingston will mit den eigenen USB-Sticks mehr Service bieten. Ein sicherer Browser mit Anti-Keylogger-Software für das Internetcafé, ein App Store und eine Software für Medienwiedergabe sollen mit Urdrive 2.0 auf bestimmten USB-Sticks zu finden sein.

Urdrive 2.0 ist Kingstons Software für USB-Sticks, die dem Anwender helfen soll, ein wenig Ordnung auf den Stick zu bringen. Zu der Software gehört neben einem Virenscanner auch ein Browser. Firefox wird dort mitsamt einer Anti-Keylogger-Software in startfähigem Zustand installiert. Wer Urdrive (ausgesprochen Your Drive) benutzen will, muss das Programm vom Stick aus starten. Dann präsentiert sich ein eigener Desktop mit Icons für die Antivirensoftware und den abgesicherten Browser. Der Anwender soll die Möglichkeit bekommen, die Anwendungssoftware zu aktualisieren. Bei Browsern also beispielsweise Sicherheitsupdates.

Zusätzlich werden dort auch Icons für die Musiksammlung oder Fotos hinterlegt. Eine integrierte Abspielsoftware ist dabei, so dass Anwender auf fremden Rechnern ihre Musik in gewohnter Umgebung abspielen können. Bisher werden noch wenige Formate wie MP3-Dateien unterstützt. Das soll sich aber in Zukunft noch ändern.

Ein App Store für den USB-Stick

Zusätzlich gibt es ein Shopsystem. Über den App Store werden beispielsweise kleine Spiele angeboten. Auch ein Musikshop wird angeboten. Die Musikstücke von Universal Music sollen ohne DRM auskommen. Ein Backup der Musiksammlung empfiehlt sich. Wer versehentlich seinen USB-Stick formatiert, verliert sonst die gekauften Inhalte.

Bilder durften von Urdrive 2.0 noch nicht gemacht werden. Die Software ist noch in einem frühen Stadium. Allerdings war erkennbar, dass Kingston versuchen will, ein aufgeräumtes Angebot zu schaffen. Erste USB-Sticks mit der Urdrive-Version 2.0 sind in zwei bis drei Monaten zu erwarten. Bestückt werden voraussichtlich USB-Sticks für den regulären Handel. Datenträger, die hingegen auf ambitionierte Anwender hin ausgerichtet sind, also beispielsweise besonders schnelle Sticks, werden eher ohne die Software auf den Markt kommen.

Ohnehin zielt Kingston mit Urdrive auf einen anderen Markt. Vor allem Nutzer ohne PC sollen diese Sticks kaufen. Beliebt ist Urdrive beispielsweise in Südamerika, wo Nutzer ihre Daten in ein Internetcafé mitnehmen und dort verwenden.

Von dem Erfolg der ersten Version von Urdrive wurde Kingston überrascht. Von 20 Millionen USB-Sticks, die mit der Software ausgeliefert wurden, hatten immerhin eine Million Nutzer Gebrauch gemacht, obwohl Kingston angegeben hatte, dass keine Werbung für das System gemacht wurde. Dies sei der Anstoß dafür gewesen, das Experiment zu einem vollständigen Angebot auszubauen.  (ase)


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