Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80546.html    Veröffentlicht: 06.01.2011 17:55    Kurz-URL: https://glm.io/80546

E-Mail-Dienste

Google blockiert Auftrag der US-Regierung an Microsoft

Google hat erreicht, dass ein millionenschwerer Auftrag des US-Innenministeriums an Microsoft neu geprüft werden muss. Bei dem Streit geht es darum, ob Microsofts Online Business Productivity Suite eingesetzt wird oder Google Apps.

Google hat einen wichtigen juristischen Erfolg gegen das US-Innenministerium und Microsoft errungen. Google wirft dem Innenministerium eine Bevorzugung des Konkurrenten vor. Bundesrichterin Susan Braden hat in einer einstweiligen Verfügung entschieden, dass die Behörde die Vergabe und die Migration auf Microsofts Online Business Productivity Suite einfrieren muss, bis die Vorwürfe von Google geprüft sind. Andernfalls werde "Google die Möglichkeit genommen, am Wettbewerb teilzuhaben", heißt es in der Begründung.

Google hatte im November 2010 das Ministerium verklagt, weil Microsoft bei den Kriterien für die Ausschreibung für E-Mail-Dienste begünstigt worden sei. Google Apps sei es nicht möglich gewesen, sich auf die Ausschreibung zu bewerben, weil das Innenministerium darin ausdrücklich die Microsoft Business Productivity Online Suite gefordert habe. Die Entscheidung der Regierungsstelle habe "unrechtmäßig den Wettbewerb eingeschränkt", erklärten Googles Anwälte.

Microsofts Online Business Productivity Suite besteht aus den Komponenten Exchange Online, Sharepoint Online, Communications Online sowie Office Livemeeting. Unternehmenskunden können E-Mail, Kalenderfunktionen, Kontaktverwaltung und Web- und Videokonferenzen nutzen, ohne sich dafür eigene Server einrichten zu müssen. Dafür fällt eine monatliche Miete pro Nutzer an.

Das Innenministerium sucht eine webbasierte E-Mail- und Collaboration-Plattform für 88.000 Mitarbeiter, die 13 verschiedene Systeme ersetzen soll, die derzeit in Betrieb sind. Der Auftrag hat ein Volumen von circa 59 Millionen US-Dollar und geht über fünf Jahre.

Ein Google-Sprecher nannte die Entscheidung der Richterin "einen Erfolg für den Wettbewerb im Internet". Eine Microsoft-Sprecherin erklärte, dass eine Offenlegung des Vertrages zeigen werde, dass die Vereinbarung im Interesse der Regierung und des Steuerzahlers geschlossen worden sei.  (asa)


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