Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80537.html    Veröffentlicht: 06.01.2011 14:55    Kurz-URL: https://glm.io/80537

Antivirensoftware

ClamAV-Entwickler Sourcefire kauft Immunet

Sourcefire, Entwickler des quelloffenen Antivirenprogramms ClamAV, hat das Startup Immunet erworben. Immunet entwickelt eine cloudbasierte Antiviruslösung.

Sourcefire übernimmt das 2008 gegründete Unternehmen Immunet für 21 Millionen US-Dollar. 17 Millionen US-Dollar zahlt das Unternehmen gleich, die verbleibenden vier Millionen US-Dollar sollen in den kommenden 18 Monaten ausgezahlt werden, wenn Immunet weitere Versionen seiner Enterprise-Software veröffentlicht.

Immunet entwickelt Antivirensoftware unter dem Namen Immunet Protect, die in erster Linie in der Cloud läuft. Dort werden Virensignaturen abgelegt - auch die anderer Sicherheitsspezialisten. Die Immunet-Software greift auf die stets aktuellen Signaturen zu, um den heimischen Rechner zu schützen. Damit soll es möglich sein, neben einem lokal installierten Antivirenprogramm die von Immunet bereitgestellte Software zu verwenden. Immunet greift dafür auf die Antivirensoftware ClamAV zurück.

Das quelloffene ClamAV wurde im August 2008 von Sourcefire erworben, die auch die Sicherheitssoftware Snort entwickeln. Sourcefire wurde von Snort-Entwickler Martin Roesch 2001 gegründet, um die quelloffene Software auch kommerziell zu vertreiben. Snort ist eine Intrusion-Detection-Software, die Einbrüche auf Rechner registrieren und verhindern soll.

Bislang bietet Immunet eine kostenlose und kostenpflichtige Version seiner Software an. Eine Enterprise-Edition ist in der Entwicklung und soll später von Sourcefire vertrieben werden. Die Verkaufszahlen von Immunets kostenpflichtiger Software sind laut Sourcefires CEO John Burris eher gering. Sie hat etwa 750.000 Benutzer in 192 Ländern. Mit der Enterprise-Version von Immunet will Sourcefire sein Unternehmensportfolio erweitern, um in Konkurrenz zu anderen Sicherheitsunternehmen zu treten, etwa McAfee oder Symantec.

Die Immunet-Gründer Alfred Huger und Oliver Friedrichs, die beide unter anderem bei Symantec arbeiteten, sowie Cloud-Spezialist Adam O'Donnell - früher Angestellter beim Sicherheitsunternehmen Cloudmark - sollen allesamt weiter für Sourcefire arbeiten.  (jt)


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