Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1101/80406.html    Veröffentlicht: 02.01.2011 15:19    Kurz-URL: https://glm.io/80406

Mplayer

Erste Unterstützung für Crystal-HD-Chips

Entwickler haben den Code der freien Mediasoftware Mplayer um die Unterstützung des Crystal-HD-Chips von Broadcom erweitert. Bislang kann der Mediaplayer sämtliche in den Chip integrierte Codecs verwenden - außer DivX 3.11.

Der abgewandelte Mplayer-Code kommt mit fast allen Codecs zurecht, die in den beiden bislang veröffentlichten Versionen 70012 und 70015 des Crystal-HD-Chips integriert sind. Dazu gehören Mpeg-1- und Mpeg-2- sowie H.264- und VC-1-Datenströme. Die aktuelle Version 70015 des Decodierchips bringt auch die Unterstützung für Mpeg4, DivX und XviD mit. Lediglich mit Divx 3.11 codierte Inhalte kann die experimentelle Version von Mplayer noch nicht verarbeiten.

Die Wiedergabe von Videoinhalten im Vollbildverfahren (Non-Interlaced) funktioniert laut Entwickler Philip Langdale problemlos. Auf einem Rechner mit einem Core-2-Duo-Prozessor sank der Leistungsverbrauch der CPU auf etwa 25 Prozent von zuvor 70 bis 100 Prozent ohne Crystal-HD-Chip. Bei der Vorgängerversion 70012 des Chips gibt es noch Probleme bei der Abgabe des Datenstroms an dessen Pipelines, die Langdale gerade untersucht.

Beim Abspielen von Videos mit Zeilensprungverfahren (Interlaced) funktioniert die experimentelle Mplayer-Variante. Inhalte, die mit dem Mpeg-2-Interlaced-Verfahren codiert sind, spielt er ebenso ab wie H.264 MBAFF. Mit H.264 PAFF codierte Videos sollten ebenfalls funktionieren, so Langdale. Er habe aber kein Testvideo außer einen DVB-Stream, der allerdings weitere Komplikationen mit sich bringe und deshalb noch nicht richtig funktioniere.

Obwohl Mplayer für das Decodieren die Codecs aus der Ffmpeg-Bibliothek verwendet, funktioniert die native Version der freien Codecsammlung nicht mit dem Crystal-HD-Chip von Broadcom. Grund dafür sei, dass Mplayer bei Einzelbildern die Synchronisierung von Bild und Ton anders handhabt als der Transcodierer von Ffmpeg.

Wer die experimentelle Mplayer-Version ausprobieren will, benötigt zunächst die aktuellen quelloffenen Treiber und Benutzerbibliotheken für den Crystal-HD-Chip aus einem speziellen Git-Zweig. Die von Langdale gepatchten Versionen von Mplayer und der Ffmpeg-Bibliothek liegen ebenfalls dort. Eine Anleitung hat Entwickler Langdale in einem Blogeintrag zu dem Thema veröffentlicht.  (jt)


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