Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/80241.html    Veröffentlicht: 20.12.2010 15:41    Kurz-URL: https://glm.io/80241

Moderner Brotkasten

Commodore 64 als Atom-PC wiederbelebt

Der Commodore 64 wird wiederbelebt - mit PC-Technik im altbekannten "Brotkasten"-Gehäuse. Erste Bilder des Prototyps hat Commodore USA kürzlich veröffentlicht.

Ob C64 oder Amiga - die von Barry Altman im April 2010 gegründete Firma Commodore USA LLC soll aus beiden bekannten Marken ein profitables Geschäft entwickeln. Den Vorgängern gelang das nicht, die Wiederbelebung des Amiga blieb bisher erfolglos. Altman will es trotzdem schaffen, nicht mit obskurer PowerPC-Hardware, sondern mit gebräuchlicher, günstiger PC-Technik und einer speziellen Linux-Distribution namens Workbench 5.

Den Anfang wird ein PC mit Atom-CPU machen, der in einem nachgebauten C64-Gehäuse steckt. Von dem gibt es seit letzter Woche erste Fotos, wenn auch noch von einem Prototyp. Im fertigen Commodore C64x wird Intels Atom-Prozessor D525 mit 1,8 GHz stecken, dazu ein Mini-ITX-Mainboard mit Intels NM10-Chipsatz und Nvidias Ion-2-Grafikkern mit 512 MByte DDR3-Grafikspeicher. Als Hauptspeicher werden 2 bis 4 GByte DDR2-RAM verbaut.

Viele Schnittstellen

Zur Festplatte fehlen Angaben, ein DVD-Laufwerk wird an der linken Seite Platz finden - alternativ wird es auch ein Blu-ray-Laufwerk geben. Zu den Schnittstellen zählen unter anderem auch ein Mini-PCI-Express-X1-Slot, Gigabit-Ethernet, HDMI, DVI-D und VGA. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil, die Gehäusekühlung über einen kleinen Lüfter auf der Geräterückseite.

Beim Systemstart soll der Nutzer zwischen dem direkten Start eines C64-Emulators und der Workbench 5 wählen können. Ein Emulator für die verschiedenen Commodore-Rechner ist auch dort vorinstalliert, um etwa C64- und Amiga-Spiele nutzen zu können. Als Zweitbetriebssystem kann auch Windows installiert werden, was durch das grafische Boot-Menü berücksichtigt wird.

Neben dem Atom-basierten Commodore 64 hat Commodore USA auch leistungsfähigere PCs in verschiedenen Amiga-Gehäusen angekündigt - vom Amiga 1000 bis zum Amiga 3000. Wenn es einer der PCs mit besonderem Aussehen und Retro-Feeling sein soll, dann muss aber offenbar noch etwas gewartet werden.

Ab wann der Verkauf losgeht und was die Systeme kosten werden, wurde noch nicht bekanntgegeben. Immerhin sollen sie auch in Europa mit angepasster Tastatur kommen - bei lokalen Tastaturlayouts mit zu geringer Nachfrage sollen es allerdings nur Aufkleber sein.  (ck)


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