Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/80178.html    Veröffentlicht: 16.12.2010 17:07    Kurz-URL: https://glm.io/80178

Testlauf

Facebook setzt Gesichtserkennung ein

Facebook setzt in einem Test automatische Gesichtserkennung ein. Wenn Nutzer Bilder hochladen, werden bereits getaggte Menschen automatisch erkannt und ihr Name wird vorgeschlagen. Hamburgs Datenschützer sieht darin eine Gefahr.

Facebook startet einen Testlauf für automatische Gesichtserkennung für die Bilder seiner Nutzer. Das gab der Betreiber des sozialen Netzwerkes am 16. Dezember 2010 in seinem Unternehmensblog bekannt. "Wenn Sie oder einer Ihrer Freunde neue Fotos hochladen, setzen wir Gesichtserkennungssoftware ein, ähnlich dem, was man in vielen Foto-Editing-Werkzeugen findet, um Ihre neuen Fotos mit anderen Fotos, in denen Sie bereits getaggt wurden, zu vergleichen. Wir gruppieren ähnliche Fotos und schlagen, wo immer es möglich ist, den Namen des Freundes auf den Fotos vor", erklärte Facebook-Entwickler Justin Mitchell.

Wer nicht von der automatischen Gesichtserkennung erkannt werden wolle, könne die Vorschlagsfunktion mit automatischer Gesichtserkennung für seine Person in den Datenschutzeinstellungen abschalten. Zudem bleibe es dabei, dass nur Freunde sich gegenseitig in Fotos taggen könnten, betonte Mitchell. Die automatische Gesichtserkennung werde in den kommenden Wochen für einige Facebook-Nutzer in den USA freigeschaltet, kündigte er an.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar erklärte dem Handelsblatt, dies sei "eine beunruhigende Entwicklung. Es darf nicht sein, dass Nutzer des Dienstes befürchten müssen, künftig auf allen, gerade von dritten Personen eingestellten, Bildern aufgerufen zu werden". Ohne eine Einwilligung der Betroffenen dürfe dies nicht geschehen, sagte Caspar. Die Einführung der Gesichtserkennung in einem sozialen Netzwerk mit Millionen von Nutzern allein in Deutschland werde er genau beobachten, sagte der Hamburger Datenschützer.  (asa)


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