Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/80140.html    Veröffentlicht: 15.12.2010 14:13    Kurz-URL: https://glm.io/80140

Spieletest Donkey Kong Country Returns

Die Affen jagen durch den Wii-Wald

Schluss mit Gastauftritten in Kart- oder Partyspielen: In Donkey Kong Country Returns bekommt der berühmte Affe endlich wieder eine Hauptrolle - wie einst zu SNES-Zeiten. Auch beim Spieldesign und der Handlung geht es zurück in die 90er Jahre.

Hintergrundgeschichten haben bei Nintendo-Titeln schon immer eine untergeordnete Rolle gespielt, Donkey Kong Country Returns bildet da keine Ausnahme: Erneut geht es um Donkeys Bananenvorrat, den eine Horde Bösewichte stibitzt hat. Im Grunde ist es aber auch egal, warum der Affe zu seinem neuen Abenteuer aufbricht, denn die unterschiedlichen Bereiche und Level auf seiner Heimatinsel haben auch ohne spannenden Hintergrund viel zu bieten.

Das Spielprinzip setzt auf bewährte Mechanik: In seitlich scrollenden Welten hüpft Donkey seinen Kontrahenten auf den Kopf, überwindet Geschicklichkeitspassagen, schwingt sich von Liane zu Liane oder trommelt mit seinen kräftigen Fäusten, um Schalter zu betätigen oder Gegner und Umgebung zu bearbeiten. Kumpel Diddy Kong hockt die ganze Zeit auf dem Rücken von Donkey, ohne passiv zu bleiben: Bei Sprüngen kann er dank seines Jetpack-Rucksacks helfen, größere Entfernungen zurückzulegen. Völlig eigenständig wird Diddy erst, wenn der Koop-Modus mit einem Freund aktiviert wird - dann verlässt er den sicheren Sitz und wird direkt gesteuert.

Für Abwechslung sorgen diverse Fahr- und Flugpassagen, die teils so ähnlich schon aus den Super-Nintendo-Zeiten bekannt sind. So rasen die Affen auf einer Lore rasant durch Minen, fliegen mit einem Fass durch die Luft oder reiten auf dem Rücken eines Nilpferds. Auch sonst strotzen die Welten - etwa Strand, Vulkan, Höhle oder Wald - vor Abwechslung: Angefangen bei den fantasievollen Endgegnern über die zahlreichen Abkürzungsmöglichkeiten bis hin zu den zahllosen einsammel- und eintauschbaren Extras und freischaltbaren Geheimlevels gibt es genügend Gründe, Zeit in den Welten zu verbringen oder sie gegebenenfalls mehrfach zu besuchen.

Affengeduld gefragt

Um Donkey Kong Country Returns zu genießen, ist Frustresistenz allerdings unabdingbar. Der Schwierigkeitsgrad steigt nach dem Einstieg rasant, viele Sprungpassagen, aber auch die rasend schnellen Fahrpassagen führen häufig zu einem vorübergehenden "Game Over". Trotz allem bleibt das Spiel immer fair - mit etwas Übung lässt sich jede Passage meistern, die Motivation sinkt trotz aller Härte nie ab. Und geht es an einer Stelle trotzdem mal nicht weiter, kann der Spieler um Hilfe rufen: Ein grauhaariger Gorilla zeigt dann, wie der Level zu lösen ist. Ansonsten gilt es, sich durchzubeißen - Extraleben sind immer genügend vorhanden.

Die liebevolle Grafik und der atmosphärische Soundtrack überzeugen ebenfalls, einzig die Steuerung zickt an manchen Stellen - und der Koop-Modus macht längst nicht so viel Spaß wie der Einzelspielermodus, da das Absprechen der eigenen Aktionen vor allem in den schwierigen Levels problematisch ist und Donkey Kong die Unterstützung von Diddy auf dem Rücken fehlt. Sitzt der kleine Kumpel obenauf, fängt er Treffer ab, bevor es Donkey erwischt und mildert die knifflige Härte so etwas.

Donkey Kong Country Returns ist für 40 Euro exklusiv für Nintendo Wii erhältlich und kostet etwa 40 Euro. Die USK hat das Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Fazit:


Donkey Kong Country Returns fühlt sich an, als hätte jemand die Zeit um 15 Jahre zurückgedreht, und 2D-Welten und klassische Plattform-Action wären wieder das Maß aller Dinge. Beeindruckend ist allerdings, dass sich das Spiel trotzdem nie antiquiert anfühlt - dank viel Liebe zum Detail, zahlreichen Überraschungen und gelungenem Leveldesign bleibt der Spielspaß immer auf höchstem Niveau. Jedenfalls, wenn zahlreiche Bildschirmtode und der hohe Schwierigkeitsgrad nicht zu abschreckend wirken.  (tw)


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