Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/80089.html    Veröffentlicht: 13.12.2010 18:06    Kurz-URL: https://glm.io/80089

Normierung

VDE zertifiziert Ladevorrichtung für Elektroautos

Der VDE hat erstmals sein Prüfsiegel für eine Ladevorrichtung für Elektroautos vergeben. Stecker und Kabel sollen nach der Vorstellung des Herstellers Mennekes und des VDE Grundlage für eine internationale Norm werden.

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal ein Ladekabel und die Infrastruktursteckdose für Elektroautos zertifiziert. Die Prüfer des VDE haben die Ladesteckvorrichtung des Herstellers Mennekes Elektrotechnik aus dem nordrhein-westfälischen Kirchhundem im Offenbacher Autotestzentrum des Verbandes geprüft und ihm das VDE-Zeichen verliehen.

Bis 63 Ampere

Bei der Ladevorrichtung handelt es sich um eine Typ-2-Steckvorrichtung. Diese sind ausgelegt für Ladeströme mit einer Stromstärke bis 63 Ampere. Außerdem sind sie für Anwendungen wie intelligentes Energiemanagement mit bidirektionaler Energieübertragung geeignet. Die ist notwendig, um ein Elektroauto in ein intelligentes Stromnetz, ein sogenanntes Smart Grid, zu integrieren.

Eine Typ-2-Ladevorrichtung soll ein schnelles Laden des Autoakkus ermöglichen: Mit normalem Haushaltsstrom, also bei 230 Volt und 16 Ampere, dauert es knapp vier Stunden, bis der Energiespeicher voll ist. Wird eine Spannung von 400 Volt angelegt, verkürzt sich die Ladezeit abhängig von der Stromstärke: Bei 16 Ampere dauert das Laden 80 Minuten, bei 32 die Hälfte, also 40 Minuten. Bei 400 Volt und 63 Ampere schließlich ist der Elektrotank nach 20 Minuten voll.

Internationale Normen

Mennekes hat zusammen mit der Deutschen Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (DKE) das System bei der internationalen Normungsorganisation International Electrotechnical Commission (IEC) eingereicht. Diese soll, so hoffen die Deutschen, diesen Stecker zur internationalen Norm erklären. Die DKE ist die Normungsorganisation des VDE.

Eine einheitliche Ladesteckvorrichtung ist wichtig für die Verbreitung von Elektroautos. Anders als die Haushaltsstecker, die in vielen Ländern unterschiedlich sind, sollen die Autostecker möglichst in aller Welt einheitlich sein. Derzeit gibt es jedoch noch mehrere Systeme.  (wp)


Verwandte Artikel:
Elektroauto: Automanager rechnen mit Scheitern des Batterieantriebs   
(10.01.2018, https://glm.io/132090 )
Deutschland kann bis 2020 Leitmarkt für Elektroautos werden   
(20.04.2010, https://glm.io/74615 )
Elektromobilität: Telekom baut 12.000 Ladestationen aus Verteilerkästen   
(04.03.2018, https://glm.io/133133 )
Elektroautos: Tesla stellt kostenlose Ladestationen für Firmenparkplätze   
(26.02.2018, https://glm.io/132982 )
Mission E: Porsche will Händler mit 800V-Schnellladestationen ausrüsten   
(01.03.2018, https://glm.io/133068 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/