Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/80069.html    Veröffentlicht: 13.12.2010 11:39    Kurz-URL: https://glm.io/80069

Grafiktreiber

AMD runderneuert Bedienung mit Catalyst 10.12

Noch ist die Dezemberausgabe von AMDs Catalyst-Treibern nicht erschienen, deren neue Oberfläche hat der Chiphersteller aber bereits vorgestellt. Die Fenster sind deutlich aufgeräumter, die Optionen dort zu finden, wo man sie vermutet. Und nach einem externen Test sind AMDs Treiber deutlich stabiler als die von Nvidia.

Die regelmäßige Aktualisierung der Grafiktreiber - wenn auch nicht immer für alle älteren Produkte - ist bei AMD Prinzip. Jeden Monat erscheinen die Catalyst-Treiber in einer neuen Version, die Ausgabe für Dezember, 10.12, ist jedoch noch nicht freigegeben worden. Mit dieser Version hat AMD das für manche Anwender recht unübersichtliche Catalyst-Control-Panel (CCC) generalüberholt.

Dabei gibt es weiterhin die Ansichten "Standard" und "Erweitert", nur letztere bietet Zugriff auf alle Optionen, wie die Wahl verschiedener Anti-Aliasing-Modi. Zwischen den beiden Ansichten wird nun über die prominent auf der Startseite des CCC oben rechts angeordnete Schaltfläche "Einstellungen" umgeschaltet.

Underscan nicht mehr versteckt

Viele Optionen sind neu gruppiert worden. Ein Beispiel für eine bisher schwer zu findende Funktion: Die bisher unter "Desktops und Anzeigen" und dann nur durch einen Klick auf das Dreieck im Abbild des Monitors zu findende Funktion für die Skalierung befindet sich nun direkt zugänglich unter "Meine digitalen Flachbildschirme". Diese Einstellungen für den Over- oder Underscan sind vor allem beim Anschluss an Fernseher per HDMI nützlich, um scharfe Schriften und keine Trauerränder zu erhalten.

Unter "Spiele" befinden sich nun alle Funktionen für die Optimierung der Bildqualität. Sie lassen sich wie bisher auf einer Seite darstellen, ein Klick auf "Standardwerte" setzt alle Benutzereinstellungen zurück. Gerade an dieser Stelle ist ein neues Detail des CCC besonders nützlich: Die Größe des Fensters kann jederzeit geändert werden, um nicht scrollen zu müssen. Ganz zu Ende gedacht ist das aber nicht, denn nach einem neuen Aufruf des CCC erscheint das Fenster wieder in der vorgegebenen Standardgröße. AMD will das jedoch in zukünftigen Versionen ändern. Dann soll sich das CCC Fenstergröße und Position merken.

Während die Hauptgruppen der Treiberfunktionen sinnvoll benannt sind - so heißt es nun beispielsweise "Spiele" statt lapidar "3D" -, wird der Anwender auch mit dem Marketingbegriff "Hydravision" konfrontiert. Dahinter verbirgt sich die Verwaltung von mehreren Desktops, sowie das wenig bekannte, aber recht nützliche "Hydragrid". Als Erweiterung der Snap-Funktionen von Windows 7 kann die Bildschirmfläche mit dem Grid in mehrere Bereiche aufgeteilt werden, an die sich Fenster andocken lassen.

Stabiler als Nvidia-Treiber?

Neben Hydravision können die Desktops auch mit dem Punkt "Desktop-Management" konfiguriert werden, von dort aus gibt es aber keinen direkten Weg zu den Hydravision-Funktionen. Gerade die für manche Anwender verwirrende Verwaltung von mehreren Desktops, eventuell auch über mehrere Monitore hinweg, wird durch diese Trennung der Funktionen nicht viel einfacher.

Wie AMD gegenüber Golem.de erklärte, ist aber die Bedienung des CCC auch von externen Usability-Laboren getestet worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass vor allem das Hinzufügen eines zweiten Monitors Anwender oft vor Probleme stellt. Diese erwarten die Verwaltung der Anzeigen den Tests zufolge getrennt von den Einstellungen für virtuelle Desktops.

Nicht nur bei der Bedienung der Treiberkonfiguration hat sich AMD Anregungen von außen geholt. Die vor knapp einem Jahr im Interview mit Golem.de gemachte Aussage, die AMD-Treiber selbst seien bei Spielen stabiler als die der Konkurrenz, will AMD nun mit einem Test durch die texanischen Perseus Labs untermauern. Dabei wurden im September und Oktober 2010 Grafikkarten und Treiber von AMD und Nvidia mit den dann aktuellen Treibern verglichen.

Während AMD die Konfiguration (siehe Bildergalerie) recht genau angibt, nennt das Unternehmen aber nicht die Namen getesteter Spiele oder synthetischer Tests. Das Ergebnis: AMD-Karten überstanden 100 Prozent der Durchläufe von je 24 Stunden, Nvidia-Karten nur 85 Prozent der Tests. In seinem Testbericht erwähnt Perseus Labs dabei ein nicht näher beschriebenes Programm namens "crash.exe", beschreibt aber nicht, welche Treiberfunktionen diese Anwendung genau untersucht.

Das neue Catalyst-Control-Panel gibt es wegen einer Umstellung auf .NET 3.51 nur unter Windows 7 und Vista, es soll mit dem demnächst erscheinenden Paket Catalyst 10.12 für 32- und 64-Bit-Versionen der Treiber ausgeliefert werden. Windows XP unterstützt AMD weiterhin, dabei kommt aber bis auf weiteres nur die bisherige Version des CCC zum Einsatz. Mit einer Freigabe der neuen Pakete ist erst nach der Vorstellung der Radeon 6970 und 6950 zu rechnen, die am 15. Dezember 2010 erfolgen soll.

Dann dürfte Catalyst 10.12 auch alle aktuellen Karten unterstützen, für die Serie Radeon 6800 gibt es weiterhin nur einen Hotfix-Treiber, der nicht nach Microsofts WHQL getestet ist.  (nie)


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