Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/80007.html    Veröffentlicht: 09.12.2010 12:19    Kurz-URL: https://glm.io/80007

Spieletest Infinity Blade

Der Ritter aus der iPhone-Werbung

Es ist das Vorzeigespiel aus dem letzten iPhone-Werbespot, aber erst jetzt erhältlich: Infinity Blade von Epic Games schickt abenteuerlustige Spieler in eine düstere Fantasywelt - und in die härtesten Kämpfe, die zwei Zeigefinger je auszufechten hatten.

Schon seit Wochen ist ein dunkler Ritter immer wieder kurz in den TV-Spots von Apple zu sehen. Er soll demonstrieren, zu welch genialer Grafik das iPhone 4 fähig ist. Das Spiel, so lässt sich dem Kleingedruckten am Ende der Werbung entnehmen, heißt Infinity Blade und erscheint demnächst. Genau genommen heute, am 9. Dezember 2010. Und was der gemeine Fernsehzuschauer wohl nicht weiß: Infinity Blade stammt von dem zu Epic Games gehörenden Entwicklerstudio Chair Entertainment. Es basiert auf einer portierten Version der Unreal Engine 3. Das Actionspiel ist für iPhone (Version 3, 3GS und 4), iPad und iPod touch für rund 5 Euro im App Store als knapp 320 MByte großer Download erhältlich.

Spieler folgen dem Schicksal eines düsteren Helden, der einen Gottkönig vom Thron stoßen möchte - viel mehr muss man über die nebensächliche Handlung nicht wissen. Sie wird gelegentlich in Zwischensequenzen weitererzählt, in denen die Figuren eine Fantasiesprache sprechen, dazu gibt es deutsche Untertitel.

In Infinity Blade stehen die Kämpfe gegen immer übermächtig wirkende Gegner im Mittelpunkt. Wie in einem Prügelspiel zeigen zwei große Balken am oberen Bildschirmrand die restlichen Lebenspunkte an, die sich mit jedem Schlag reduzieren - im besten Fall vor allem die des Gegners. Spieler führen ihre Klinge mit Hilfe der Zeigefinger: Mit einem Wischer über den Touchscreen von links nach rechts führen sie einen Schlag aus, von unten nach oben einen geraden Hieb. Zur Verteidigung dient ein kleines Schildsymbol in der unteren Bildschirmmitte, zum Ausweichen tippt der Spieler auf Pfeiltasten am linken und rechten Bildschirmrand.

Magie und schicke Effekte

Etwas später kommt dann noch Magie hinzu: Sobald ein entsprechendes Symbol gefüllt ist, kann der Spieler einfache Figuren auf das Display zeichnen, was jeweils unterschiedliche Kräfte entfesselt. Ein umgedrehtes L etwa fügt dem Feind Eisschaden zu. Die Fähigkeiten, Zauber, Rüstungen und Waffen werden mit den gesammelten Erfahrungspunkten immer stärker.

Frei bewegen kann sich der Spieler nicht in der düsteren Welt. Er absolviert seine Kämpfe auf einem festgelegten Weg, nur ganz selten gibt es mal eine Abzweigung. Zwischen den Prügeleien kann er nicht laufen, sondern sich nur ein Stück drehen, um beispielsweise Schätze oder Gesundheitspunkte hinter sich einzusacken.

Die Grafik macht einen erstklassigen Eindruck. Insbesondere die Gegner sind sehr vielfältig gestaltet und sichtlich liebevoll animiert. Dazu kommen stimmungsvolle Umgebungen und teils sehr schöne Texturen - den Vergleich mit Rage gewinnt Infinity Blade. Auch die düstere Musik- und Sounduntermalung ist gelungen.

Fazit

Infinity Blades Stärke sind die packenden Kämpfe, die dank der erstklassigen Steuerung richtig Spaß machen. Schön, dass die Gegner so unterschiedlich sind - ein schlanker Stahlritter verlangt ein etwas anderes Vorgehen als ein dicker Haudrauf. Schade ist allerdings, dass der Spieler nicht mehr Bewegungs- und Handlungsfreiheit hat. Die Welt wirkt nämlich durchaus interessant, aber wesentlich mehr als die vorgegebenen Duelle bekommt man nicht von ihr zu sehen. Unterm Strich ist Infinity Blade trotzdem eines der echten Spielehighlights im App Store.  (ps)


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