Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/79947.html    Veröffentlicht: 07.12.2010 16:21    Kurz-URL: https://glm.io/79947

Linux

Kernelpflege wird eingeschränkt

Kernel-Entwickler und -Betreuer Greg Kroah-Hartman will künftig nur noch den aktuellen Kernel mit Updates und Patches versorgen. Diese sogenannten Stable-Releases sollen nur über einen geringen Zeitraum parallel unterstützt werden.

Kroah-Hartman will die Betreuung der auf lange Zeit gepflegten Linux-Kernel mit den Versionsnummern 2.6.27, 2.6.32 und 2.6.35 abgeben. Es sollen auch künftig keine neuen Kernelversionen langfristig von ihm gepflegt werden. Stattdessen soll nur noch der aktuelle Kernel mit Patches und Updates versorgt werden. Die Vorgängerversion wird nur so lange betreut, bis sich ein neu erschienener Kernel stabilisiert hat. Kroah-Hartman rechnet im Schnitt mit etwa zwei überlappenden Versionen.

Der Kernelentwickler begründet den Schritt damit, dass die Nachfrage nach langfristig gepflegten Linux-Kernels überhand genommen hätte. Er sehe es lieber, wenn Anwender und vor allem Distributoren regelmäßig die neuen Kernel verwenden würden.

Für die jetzt als Long-Term-Support eingestuften Linux-Kernel solle es allerdings weiterhin regelmäßig Updates geben, so der Kernel-Maintainer. Version 2.6.35 habe er bereits in fähige Hände gegeben: Andi Kleen, selbst Entwickler bei Intel. Diese Version des Linux-Kernels wird in der mobilen Linux-Variante Meego verwendet. Version 2.6.34 soll der Windriver-Entwickler Paul Grotmaker betreuen, da die Version in Produkten seiner Firma zum Einsatz kommt. Kroah-Hartman wolle selbst die Versionen 2.6.32 und 2.6.27 weiterpflegen, werde aber Version 2.6.27 bald abgeben, denn er habe langsam "keine Lust mehr dazu" und die Zeit fehle ihm auch.

Kroah-Hartman bezeichnet den Schritt als "back to the roots". Die sogenannten Stable-Kernels wurden 2005 eingeführt und tragen seitdem eine vierstellige Versionsnummer.  (jt)


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