Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1012/79872.html    Veröffentlicht: 03.12.2010 12:08    Kurz-URL: https://glm.io/79872

Milo

eBay kauft Suchmaschinenbetreiber

EBay kauft das Startup Milo. Das Unternehmen bietet über das Internet Zugang zum realen Warenbestand im Einzelhandel. Dem Kunden bleibt so die zeitraubende Suche nach einem Artikel erspart.

EBay kauft die lokale Einkaufssuchmaschine Milo, die den Warenbestand in Ladengeschäften in US-Städten im Web durchsuchbar macht. Über den Preis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart, wie eBay gestern mitteilte. Das Magazin Business Insider berichtet aus informierten Kreisen, dass der Kaufpreis 75 Millionen US-Dollar betragen habe. Milo erhielt circa 5 Millionen US-Dollar Risikokapital von Investoren.

Milo hat Schnittstellen für die Warenwirtschaftssysteme der Einzelhandelsunternehmen entwickelt. Ziel des Unternehmens sei es, alle Warenbestände im US-Einzelhandel in Echtzeit im Web durchsuchbar zu machen.

EBay kann in seinem Kerngeschäft mit Onlineauktionen kaum noch wachsen und sucht deshalb neue Geschäftsfelder. EBays Cheftechniker Mark Carges sagte, Milos Technologie erlaube dem E-Commerce-Konzern, seinen Nutzern die Angebote in Geschäften in ihrer Umgebung anzuzeigen. Das Auktionsgeschäft von eBay könne mit den Ladengeschäften verbunden werden, indem online ersteigerte Produkte im nächsten Laden abgeholt würden. Nutzer könnten auch Kleidung in Geschäften anprobieren, um sie dann online billiger zu kaufen. Sie könnten auch Testberichte anderer Konsumenten lesen. Carges sagte, die Daten aus Milo würden über die nächsten zwölf Monate in die eBay-Webplattform und in mobile Apps integriert. Verschiedene Modelle, um mit den Warenbestandsdaten Geld zu verdienen, würden entwickelt und ausprobiert.

Im Juni 2010 kaufte eBay Redlaser, eine iPhone-Applikation zum Scannen von Strichcodes an Packungen und von Preisschildern. Der Auktionsplattformbetreiber übernahm die Software vom Hersteller Occipital. Laut Occipital wurde die App bis zu der Übernahme über zwei Millionen Mal heruntergeladen. Fotografierte EAN-Codes werden von Redlaser über eine automatische Suche mit Preisangaben im Internet verglichen.  (asa)


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