Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79782.html    Veröffentlicht: 30.11.2010 18:07    Kurz-URL: https://glm.io/79782

Microsoft-Studie

Software verursacht hohe VDI-Kosten

Eine Studie im Auftrag von Microsoft untersucht die Kosten, die bei der Umstellung auf virtuelle Umgebungen entstehen. Das überraschende Ergebnis: Die meisten Kosten verursachen die Softwarelizenzen, unter anderem die von den Anbietern virtueller Umgebungen, etwa VMware oder Citrix.

Softwarelizenzen verursachen die meisten Kosten, zudem sind die Kosten mit virtualisiertem Windows 7 höher als mit Windows XP, hat die Studie im Auftrag von Microsoft ergeben. Die Untersuchungen gehen von einer Arbeitsumgebung mit 2.500 Angestellten aus, die in einer 40-stündigen Arbeitswoche etwa 80 Prozent ihrer Arbeitszeit am Rechner verbringen. Zum Einsatz kommen Arbeitsplatz-PCs mit einem Core-2-Duo-Prozessor, 2 GByte RAM, Nvidia-Grafikkarte und angeschlossenem Flachbildschirm mit einem Gesamtwert von 750 US-Dollar und einem Lebenszyklus von vier Jahren. Die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) benötigt laut Studie einen Thin Client mit Flachbildschirm im Wert von 450 US-Dollar und verwendet die Softwaresuite TCX von Wyse, um die Grafikleistung zu verbessern. Die Thin Clients werden alle sieben Jahre ausgetauscht; die dazugehörige Serverinfrastruktur wird alle vier Jahre erneuert.

Während die Hardware mit klassischen PCs in der Studie mit 191 US-Dollar beziffert wird, liegen die Hardwarekosten in der VDI-Umgebung laut Studie bei 130 US-Dollar pro Arbeitsplatz. Für die Softwarekosten werden mit VDI 342 US-Dollar gegenüber 208 US-Dollar bei der Verwendung von klassischen PCs veranschlagt. Hinzu kommen Mehrausgaben bei der IT-Administration für VDIs, die allerdings marginal sind.

Die Studie unterscheidet auch zwischen dem Einsatz von Windows XP mit SP3 und Windows 7. Insgesamt kommen die Datensammler auf eine neun Prozent höhere Total Cost of Ownership (TCO) beim Einsatz von virtuellen Desktops mit Windows XP gegenüber dem Einsatz von klassischen PCs. Bei der Verwendung von Windows 7 beträgt der Unterschied elf Prozent. Hier schlagen ebenfalls die Kosten für die IT-Administration zu Buche.

Die Studie macht für die Kosten die Lizenzen für virtuelle Umgebungen von VMware verantwortlich, die sich allerdings von ähnlichen Angeboten anderer Hersteller, etwa Citrix, kaum unterscheiden. Die von der IT-Branche angepriesenen Einsparungen bei der Hardware gleichen die Softwarekosten wieder aus. Zudem widerlegt die Studie die weit verbreitete Auffassung, dass die meisten Kosten in VDI-Umgebungen von der benötigten Serverhardware ausgehen.  (jt)


Verwandte Artikel:
Xenserver 5.6: Intellicache verlagert Zwischenspeicher auf lokale Server   
(11.10.2010, https://glm.io/78545 )
TS-x77: Qnaps NAS mit AMDs Ryzen-Prozessor ist verfügbar   
(24.01.2018, https://glm.io/132345 )
Microsoft: Kostenloses Tool hilft bei der Migration von VMs auf Azure   
(15.12.2017, https://glm.io/131693 )
Futuremark: Servermark testet Media-Transcode- und VM-Server   
(30.10.2017, https://glm.io/130879 )
Microsoft: S-Modus in Windows 10 kommt erst nächstes Jahr   
(07.03.2018, https://glm.io/133205 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/